Fabio

Geburtsdatum: 01.12.2017
Geschlecht: männlich
Rasse: Mischling
Schulterhöhe: ca. 50 cm, 17 kg
Endgröße: ausgewachsen
Gechipt / Geimpft: 
Kastriert:
Mittelmeercheck (MMC):
Ergebnis MMC:   komplett negativ
Handicap / Behinderung: X
Krankheiten: keine bekannt
Notfall X
Aufenthaltsort: 57537 Wissen
Schutzgebühr:

250,- €, + 75,- € MMC
Transportkosten werden durch eine Spende gedeckt

Fabio sucht:   
eigene Familie:
Pflegestelle:  
Paten: 
Fabio verträgt sich mit:  
Rüden:  Hündinnen:
Katzen: unbekannt Kindern:
Voraussetzungen / Optionen:  
Welpen- bzw Hundeschule:
ländliche Lage / Grundstück:  ✔  sehr gut eingezäunt
Wohnung / Reihenhaus:   
Ersthund erwünscht:   gerne
kann allein bleiben:   

Sonstiges:

 

 

 


FABIO – AUF DER SUCHE NACH STECKNADELMENSCHEN MIT RADIERGUMMI

Unser Fabio kam Anfang Juni als Angsthund aus dem Canile Europa auf seine Pflegestelle. Seit seiner Welpenzeit war er im Hundelager mit seiner ebenfalls sehr ängstlichen Schwester eingesperrt. Die beiden hatten nur sich, klammerten sich natürlich aneinander. Keinerlei menschliche Anbindung, kein nettes Wort, nur Dreck, Lärm und der übliche harsche Umgang mit den Hunden.

Es ist verständlich, dass Fabio seine Befreiung zunächst nicht so positiv aufnahm wie die Menschen, die es gut mit ihm meinen. Woher sollte er das auch wissen?! Für ängstliche Hunde kann das alles durchaus traumatisierend sein, bevor das Eis gebrochen und die Brücke zu uns Menschen geschlagen ist.

 

Aus Fabios Sicht durchlitt er die Trennung von seiner Schwester, dann folgte eine lange Autofahrt mit ihm fremden Artgenossen. Er war dann zum ersten Mal in einem Haus, wieder ein fremder Hund, dazu erneut die Spezies Mensch, mit der er - wenn überhaupt – eher negative Erfahrung gemacht hatte. Es prasselten so viele Eindrücke auf ihn herab, dass er damit zunächst überfordert war.

 

Fabio ist ein Welpe. Ein Welpe, der im Körper eines Erwachsenen steckt. Und genau so muss man das hübsche Kerlchen sehen und ihm begegnen. Da er aber die dunkle Vergangenheit des Canile mit sich herumschleppt, ist er nicht welpentypisch verspielt, unerschrocken und distanzlos. Er hat gelitten!

 

Mittlerweile hat Fabio sich natürlich entwickelt. Dies geschieht bei erwachsenen Hunden jedoch nicht in rasantem Welpentempo. Der Süße ist so gut wie stubenrein, aber vor einer Pfütze sollte man dennoch nicht kapitulieren. Auch Spaziergänge an der Leine klappen schon ganz ordentlich. Nur wenn ihm fremde Menschen (mit oder ohne Hund) entgegen kommen, ist er verschüchtert. Auch Kinder verunsichern ihn – weil er sie einfach nicht kennt und einschätzen kann.

 

Wie jeder Welpe, knabbert er gerne alles mögliche an, probiert sich aus. Fernbedienungen, Handys, Schuhe etc. sollte man einfach für eine Weile aus der Schusslinie nehmen.

Auch spielen gehört noch nicht in sein Repertoire. Deshalb ist seine Idee im Garten, sich unter dem Zaun durchzubuddeln. Eine weitere traurige Konsequenz des Canile – denn dies war die einzige Beschäftigung dort. Löcher buddeln (in denen sich anschließend so mancher Hund die Beine gebrochen hat…) Typisch für Angsthunde ist auch nächtliche Unruhe, die mit jammern oder jaulen einher gehen kann. Daran muss man gezielt arbeiten und ihm Sicherheit geben.

 

Fabio ist dennoch ein totaler Gute-Laune-Hund und bindet sich stark an seine Menschen, möchte Aufmerksamkeit, möchte dazu gehören! Er hat nie lernen dürfen, zu teilen. Deshalb drängt er auch mal die Ersthündin (eine zarte Seele) zur Seite, um als erster eine Streicheleinheit oder ein Leckerchen zu bekommen oder macht ihr das Körbchen streitig.

Man muss sich immer vor Augen halten: Fabio hatte noch niemals einen Menschen oder einen Gegenstand für sich! Niemanden, der ihn geliebt oder verwöhnt hat. Es ist verständlich, dass er dies nun, da er es endlich gefunden hat, für sich beansprucht. Hier braucht er Hilfestellung und muss vermittelt bekommen, dass all dies nicht weniger wird, auch wenn ein Artgenosse im Haus ist. Er muss sich einfach finden und dazu braucht er etwas Zeit.

 

Wir suchen für Fabio Menschen mit Hundeerfahrung, sehr viel Einfühlsamkeit, Gespür und Geduld. Fabio darf man keineswegs sich selbst überlassen und darauf warten, dass er von selbst kommt. Das wird nicht passieren. Er muss gefördert, darf jedoch nicht überfordert werden. Man sollte zunächst keinerlei Erwartungen oder Ansprüche haben, sondern sich mit Fabio über jeden Fortschritt freuen können.

Ein Ersthund wäre prima zur Orientierung. Jedoch sollte dieser wirklich mit allen 4 Beinen im Leben stehen, cool und gelassen sein – weder zartbesaitet noch draufgängerisch. Wir sehen Fabio in einem eher ruhigen Haushalt, jedoch mit genügend wohl dosierten Umweltreizen. Er ist kein Stadthund oder eine Partymaus.

Wir wissen, dass es diese Stecknadelmenschen im Riesenheuhaufen gibt, die seine Vergangenheit ausradieren können – bitte meldet Euch!


Wir vermitteln bundesweit.

 

Ansprechpartnerin für die Vermittlung:
Karin Loebnitz
Mobil:  0177/ 7003377
E-Mail k.loebnitz@saving-dogs.de

Die Angaben zur Körpergröße sind geschätzt. Gewichts- und Altersangaben können, in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Feststellung, abweichen.
Sofern „unbekannt“ angegeben ist, kann saving-dogs leider keine näheren Angaben zu Kinderfreundlichkeit und Katzenverträglichkeit machen.
Krankheiten  geben wir grundsätzlich an, sofern sie uns bekannt sind. Bisher unerkannte Krankheiten können wir nicht ausschließen.