Pioppo

Geburtsdatum: 10.09.2017
Geschlecht: männlich
Rasse: Maremmano-Mischling
Schulterhöhe: ca 58 cm, 24 kg
Endgröße: ausgewachsen
Gechipt / Geimpft: 
Kastriert:  
Mittelmeercheck (MMC): folgt
Ergebnis MMC:   
Handicap / Behinderung:  
Krankheiten:  keine bekannt
Notfall:  
Aufenthaltsort: 79736 Rickenbach
   Meine Transportgebühr wurde gespendet von Heike F.
Pioppo sucht:   
eigene Familie:
Paten: 
Pioppo verträgt sich mit:  
Rüden: Hündinnen:
Katzen: unbekannt Kindern:  ab 10 Jahre
Voraussetzungen / Optionen:  
Welpen- bzw Hundeschule:
ländliche Lage / Grundstück:  ✔ 
Wohnung / Reihenhaus:   
Ersthund erwünscht:   gerne Hündin, souverän
kann allein bleiben:   muss geübt werden
Sonstiges:

 Haltungsbedingungen

 

 


Aktualisierung 26.7.21:

Pioppo geht seinen Weg - Schritt für Schritt!

Nach dem lebensrettenden Umzug vom Canile nach HOPE ist Pioppo Anfang Juli zu seiner Pflegestelle gereist. Allen war und ist bewusst, dass er ein schwer traumatisierter Hund ist. Und dass seine Ankunft, die ersten Schritte, Tage und Wochen eines besonders intensiven Austausches zwischen Pioppos Pflegefamilie und seiner Vermittlerin bedürfen, die sich mit HSH und Angsthunden bestens auskennt. Seine Pflegestelle ist ebenfalls versiert, hat bereits einen Angsthund, auch ein Maremmano. Und eine selbstsichere Hündin. Der Anfang war natürlich strubbelig, jedoch hatte niemand die rosarote Brille auf und damit falsche Erwartungen. Die Zwischenbilanz nach nur 3 Wochen ist genau deshalb ein Erfolg und einfach fantastisch!!

 

An dieser Stelle möchten wir uns zuerst ganz herzlich bei seiner Pflegestelle bedanken. Pioppo vertraute niemandem, Geschirr und Leine versetzten ihn natürlich in Panik. Die Heimfahrt nach der Ankunft in Deutschland, der Weg vom Auto ins Haus, das Betreten des Gartens…all das sind tatsächlich große Herausforderungen für Mensch und Hund. Pioppos Pflegeeltern meistern sie mit genau der richtigen Energie, mit Mut, Ruhe und Geduld. Pioppo überraschte sie, indem er nach relativ kurzer Zeit das Wohnzimmer erkundete. Als jedoch die Menschen herein kamen, verkroch er sich in die hinterste Ecke und kauerte dort. Wenn keiner hinsah, löste er sich im Haus, denn er traute sich nicht in den Garten. Die ersten Ausflüge dorthin unternahm er auf dem Arm seiner Pflegeeltern. (Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass diese Arbeitsweise nicht mit jedem Angsthund sinnvoll ist und sogar in einigen Fällen kontraproduktiv oder riskant sein kann). Immer wieder wurden diese Ausflüge wiederholt, bis einer der vielen Knoten platzte und Pioppo sich draußen lösen konnte. Die neuen Eindrücke waren so überwältigend, dass er zwischendurch sehr viel schlief, um es sacken zu lassen. Es gab so viel zu verarbeiten – und genau das tat er!

 

Bald darauf war er in der Lage, kurze Strecken an der Leine zu meistern, jede davon ein Schritt in seine neue, noch unbekannte Welt. Pioppo begann, sich für alles um ihn herum vorsichtig zu interessieren! Diesen gebeutelten Hund auf einer Wiese, im Wald, den Blick in die Weite gerichtet zu sehen, ist weitaus mehr, als wir nach so kurzer Zeit zu träumen gewagt haben. Es geht aber noch weiter: Seine Pflegestelle arbeitet kontinuierlich am Körperkontakt, auch hier in wohldosierter Weise. Pioppo zuckte zunächst vor der Hand zurück, fand es gruselig. Täglich weniger, bis aus Unwohlsein und Meideverhalten Schritt für Schritt Genuss wurde. Jetzt sucht er bereits Kontakt und möchte gekrault werden! Seine Spaziergänge liebt er inzwischen und ist weitestgehend stubenrein.

Die Eroberung des Sofas ist ein weiterer Meilenstein. Pioppo sucht Sicherheit, hält den Blickkontakt immer öfter – dieser tolle Bursche WILL dabei sein, springt täglich über seinen Schatten und lässt dabei jedes Mal ein Stückchen seiner Vergangenheit hinter sich. Er hat gelernt, entspannt zu liegen und zu schlafen, träumt sogar dabei.

 

Auch mit den beiden Ersthunden der Pflegestelle verträgt er sich und beginnt, von sich aus Kontakt aufzunehmen. Wird er zu taff angespielt, ist er verständlicherweise noch sehr verunsichert. Er wurde in der Vergangenheit schließlich immer wieder von mehreren Artgenossen angegriffen; spielerische Aufforderungen sind im daher fremd. Aber auch das wird er lernen. Pioppo orientiert sich stark an seiner neuen Hundefreundin Peachi, die mit ihrer sicheren und vorwitzigen Art genau die Energie ausstrahlt, die er braucht. Er wird beide Ersthunde bald einschätzen können und dann wird wieder ein Knoten platzen. Und noch einer, und noch einer. Bis sich das ganze Knäuel aus Furcht, Unsicherheit und Angst ums eigene Leben aufgelöst hat und er sich mit Hilfe seiner 2- und 4beinigen Freunde neu erfunden hat.

 

Pioppos Weg ist ein Pfad voller Hoffnung. Er macht Mut und zeigt, dass nichts unmöglich ist, wenn man es richtig angeht. Wir freuen uns jetzt schon auf die nächsten Berichte – weiter so Pioppo!

Aktualisierung Mai 2021:

PIOPPOS DRAMATISCHER UMZUG NACH HOPE

Es war allerhöchste Eisenbahn: Weil Sardinien bis vor kurzem rote Corona-Zone war, gab es keine Möglichkeit, Pioppo aus der gefährlichen Situation im Canile zu befreien. Wir alle haben um sein Leben gebangt und uns täglich vor einer Hiobsbotschaft gefürchtet.

Als es endlich grünes Licht gab, wurde sofort sein Umzug nach HOPE organisiert. Manuela und 2 weitere Helferinnen im Canile betraten Pioppos Gehege, um ihn in die Transportbox zu setzen. Und in genau diesem Moment wurde es noch einmal wirklich eng für ihn – alle Gehegeinsassen stürzten sich gemeinsam auf Pioppo. Es ist allein der Beherztheit der Mitarbeiter zu verdanken, dass er dabei nicht erneut durch eine Massenbeißerei schwer verletzt wurde! Sein Körper erzählt uns von den Qualen, die er über einen langen Zeitraum erdulden musste: Zahlreiche Macken, alte Narben und bereits verheilende Wunden bezeugen die ständigen Übergriffe seiner Gehegegenossen.

Wir haben den verängstigten Jungen sofort zur Tierklinik gebracht, um ihn untersuchen zu lassen sowie einen Schnelltest auf Leishmaniose und Filarien (Herzwürmer) durchgeführt. Beide Tests sind negativ, was für eine Erleichterung! Dennoch werden wir weitere Blutparameter abfragen, weil wir erschüttert sind, wie ausgemergelt Pioppo ist. Dies fällt unter seinem lockigen Fell kaum auf, aber der arme Tropf besteht fast nur noch aus Haut und Knochen. Vermutlich ist dies auch eine Folge des Mobbings, denn die rangniedrigsten Tiere werden von den anderen Hunden auch vom Fressnapf verscheucht. Wir möchten uns vergewissern, dass sonst nichts Akutes anliegt.

Pioppo war die ganze Zeit, auch beim Tierarzt, einfach nur lieb. Er ist natürlich aufgrund seiner traumatischen Vergangenheit sehr ängstlich, hat aber keinerlei Ideen, aus Abwehr zu schnappen.

Unsere Claudia wird sich nun in gewohnter Hingabe und mit ihrem besonderen Draht zu all unseren Schützlingen um Pioppo kümmern und ihn verwöhnen. Die Heilung seiner seelischen und auch körperlichen Wunden beginnt nun auf HOPE. Uns allen fällt ein dicker Hinkelstein vom Herzen. Nun sehen wir nach vorn, in Pioppos Zukunft, und halten Euch natürlich auf dem Laufenden.

SOS Pioppo – sein Leben steht auf Messers Schneide

Dies ist keine reißerische Schlagzeile, denn das ist nicht unser Stil. Es ist bittere Realität für den etwa 3,5 jährigen Maremmano-Mischlingsrüden. Pioppo wurde an uns herangetragen, weil er täglich um sein Leben fürchten muss und in wirklich übelster Form gemobbt wird!

Der arme Knopf sitzt in einem Canile, in dem man generell nicht kastriert. (In vielen Canili wird dies zumindest bei den Hündinnen erledigt). Das bedeutet für die Insassen: Die Gehege werden mit jeweils 4-5 potenten Hündinnen oder der gleichen Anzahl potenter Rüden belegt. Es entsteht dadurch, besonders unter den Rüden, ein unvorstellbarer hormoneller Stress! Raufereien, Beißereien und Mobbing sind die Folge, oft mit tödlichen Konsequenzen für die nicht so mutigen oder devoten Hunde…

In diesem Albtraum befindet sich Pioppo. Er lebt 24 Stunden täglich in Angst und Schrecken; die Betreuer mussten ihn schon mehrfach aus einem Pulk von Rüden fischen, damit er nicht in Lebensgefahr gerät. Der Gedanke daran ist schier unerträglich; wir wollen Pioppo schnellstens dort herausholen und nach HOPE in Sicherheit bringen!

Wenn wir nur könnten…: Sardinien ist aktuell „rote Zone“, niemand darf von A nach B fahren, ohne sich strafbar zu machen. Wir bekommen weder gute Fotos noch weitere Informationen zu Pioppo. Nun warten wir händeringend auf die Lockerung der Corona-Maßnahmen. Leider wissen wir nicht, ob der arme Pioppo bis dahin durchhält, ob er dann überhaupt noch lebt…

 

Wir werden alles versuchen, um sein Leben zu retten. Aber danach muss es weitergehen. Deshalb suchen wir schon zum jetzigen Zeitpunkt ein Herdenschutzhund-geeignetes Zuhause für Pioppo. Erfahrung mit Angsthunden wäre wunderbar. Pioppo ist kein Anfängerhund. Auch ein souveräner, freundlicher Ersthund würde eine große Orientierungshilfe darstellen. Ein 4beiniger Sozialarbeiter, der ihm die Welt erklärt, wo Hunde dies besser können als wir, möglichst ein Mädchen. Dies ist aber keine Bedingung. Auch eine Pflegestelle mit HSH-Erfahrung wäre ein Rettungsring für diesen gebeutelten Hund.

Pioppo hat den Erfahrungsschatz eines Welpen, kennt NICHTS. Deshalb sollten Sie keinerlei Erwartungen, dafür aber jede Menge Verständnis, Einfühlungsvermögen und Geduld mitbringen. Pioppo auf seinem Weg ins Leben zu begleiten, wird seine Zeit brauchen. Kleine Rückschritte dürfen Sie nicht aus dem Konzept bringen. Er braucht einen Felsen in der Brandung, der ohne Wenn und Aber zu ihm steht und ihm zeigt, dass er nun keine Angst mehr haben muss.

Wenn Sie dieser Jemand sind, melden Sie sich bitte zeitnah bei mir. Falls wir Pioppo lebend aus dem Canile herausholen können, sollte er so schnell wie möglich reisen!

 

Bevor Sie jedoch spontan zum Hörer greifen oder mir eine E-Mail schreiben, lesen Sie bitte unseren Artikel Corona-Dogs

 

Unsere Haltungsbedingungen für Herdenschutzhunde und deren Mischlinge sind rassetypisch ausgerichtet, damit die erwachsenen Herdenschutz-Hunde ihren Charakter durchaus ausleben können.

Nachfolgend die Auflistung der Adoptionsvoraussetzungen für Sie:

  • Keine Etagenwohnung - auch nicht im Erdgeschoß, eines Mehrfamilienhauses!
  • Hundeerfahrene Menschen
  • Menschen, die Vertrauen gegen Vertrauen setzen, um eine intensive Bindung mit dem Herdenschutzhund eingehen zu können.
  • Menschen, die in ihrer Kommunikation mit dem Hund klar, eindeutig, aber auch liebevoll konsequent, sind.
  • Sie sollten keinen Kadavergehorsam erwarten, sondern einen Hund, der sehr selbstständig denkt und handelt.
  • Ein möglichst freistehendes Haus mit großzügigem Gartengrundstück, sicher und hoch (1,50 m - 1,60 m- Bitte NICHT niedriger !!) eingezäunt.

Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme, sofern Sie die vorgenannten Vermittlungsvoraussetzungen erfüllen. Gerne berate ich Sie auch zu der Rasse. Ich selbst habe seit 30 Jahren Herdenschutzhunde in meiner Familie!


Ansprechpartnerin für die Vermittlung:
Karin Loebnitz
Mobil:  0177/ 7003377
E-Mail k.loebnitz@saving-dogs.de


Die Angaben zur Körpergröße sind geschätzt. Gewichts- und Altersangaben können, in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Feststellung, abweichen.
Sofern „unbekannt“ angegeben ist, kann saving-dogs leider keine näheren Angaben zu Kinderfreundlichkeit und Katzenverträglichkeit machen. Krankheiten  geben wir grundsätzlich an, sofern sie uns bekannt sind. Bisher unerkannte Krankheiten können wir nicht ausschließen.