Zar

Zar auf HOPE

Zar zur Behandlung beim Tierarzt (1-3), Zars Ohr voller Maden und Eiter (4), Zar bewusstlos bei seiner Auffindung (5)

Geburtsdatum: ca.10.2013
Geschlecht: männlich
Rasse: Maremmano-Mischling
Schulterhöhe: ca. 60  cm, 22 kg
Endgröße: ausgewachsen
Gechipt / Geimpft: 
Kastriert:
Mittelmeercheck (MMC): nach Einreise
Ergebnis MMC:   
Handicap / Behinderung: nein
Krankheiten: keine bekannt
Notfall nein
Aufenthaltsort: Sardinien
 

meine Transportgebühr wurde gespendet von Heike F.

Spendenbarometer Zar

Stefanie und Hendrik S. 100.-€


Zar sucht:   
eigene Familie:
Pflegestelle:
Paten: 
Zar verträgt sich mit:  
Rüden: Hündinnen:
Katzen: Kindern:
Voraussetzungen / Optionen:  
Welpen- bzw Hundeschule:  
ländliche Lage / Grundstück: 
Wohnung / Reihenhaus:   
Ersthund erwünscht:
kann allein bleiben: 
Sonstiges:

 Seine Ohren wurden ihm abgeschnitten, Stummelrute


Zar – ein Überlebenskünstler

Unser Zar ist gleich 2 x dem Tod von der Schippe gesprungen, hatte anscheinend ein Abo bei den Schutzengeln gebucht. Wir sind froh darüber und können immer wieder nur staunen, wieviel Zähigkeit und Überlebenswillen in unseren sardischen Schützlingen steckt. Das ist Ehrfurcht einflößend! Seine Geschichte schrieb das Leben - sie ist schlimmer als alles, was man sich ausdenken könnte:

 

Zar, zu diesem Zeitpunkt noch namenlos, irrte auf Sardinien in einer abgelegenen Gegend umher; abgemagert bis auf die Knochen, schwach, eine Verletzung am Ohr. Jemand, der hier nicht wegsah, nahm sich seiner an, brachte ihn in einer verlassenen Hütte unter und kontaktierte unsere sardischen Kollegen. Als uns die ersten Videos erreichten, trauten wir unseren Augen kaum: Der Maremmano-Mischling, dem als Welpe offenbar die Ohren abgeschnitten wurden, zeigte eine massiv entzündete Ohrmuschel. Braungelber Eiter quoll in Massen heraus, überall wanden sich Maden in der Wunde. Altes, schwarzes Blut und Sekrete verklebten das Fell, frisches Blut sammelte sich auf dem Boden. Der Hund, den wir Zar tauften, atmete schwer und röchelnd, weil die Schmerzen schier unerträglich waren. Die Kollegin, die das Video drehte, murmelte „Dio Christo“ und atmete dabei so schwer wie der kranke Hund.

 

Zuerst wurden die Maden entfernt und das Ohr gesäubert. Zars Retterin erklärte sich bereit, ihn in der Hütte zu versorgen, bis wir ihn zum Tierarzt bringen und nach HOPE überführen konnten. Dafür waren wir dankbar, denn wir hätten ihn auf keinen Fall sofort in einem Freigehege unterbringen können, weil die Fliegen gleich wieder Eier in der Wunde abgelegt hätten. Außerdem ist die Hütte weit entfernt von unserer Auffangstation; der Transport musste organisiert werden. Noch bevor wir dies einstielen konnten, erreichte uns die Hiobsbotschaft, dass Zar aus der Hütte ausgebüxt war und vermisst wird! Uns sank das Herz – in diesem Zustand hatte er kaum eine Überlebenschance…

 

Über eine Woche war er verschwunden. Dann, entgegen aller Wahrscheinlichkeit, wurde er gefunden und konnte gesichert werden, er konnte sich vor Schwäche nicht mehr auf den Beinen halten und jeder dachte: wir sind zu spät! Leider erfuhren wir all dies erst am Folgetag. Mit furchtbaren Konsequenzen, denn Zars Zustand war inzwischen absolut lebensbedrohlich. Bei seiner Abholung lag er im Stroh, die Augen geschlossen, atmete kaum. Unsere Kollegin schüttelte ihn sanft, sprach ihn an – keine Reaktion. Zar war kollabiert, auf der Schwelle des Todes. Die Folgen von Hunger, Dehydrierung und der schweren Infektion. Als wir dieses Video sahen, waren wir nahezu sicher, dass er in den nächsten Minuten stirbt…

Die Kollegen schafften es dennoch, ihn zu unserem Tierarzt zu bringen und der hat ein wahres Wunder vollbracht, Zar stabilisiert und an den Tropf gelegt. Als nächstes erreichten uns Bilder, auf denen dieser Kämpfer auf seinen 4 Pfoten steht!! Sein Ohr wurde nun professionell gesäubert und mit Medikamenten versorgt. Als Zar transportfähig war, brachten wir ihn, mit Medikamenten versorgt, nach HOPE. Dort machte er sich – wie übrigens schon beim Tierarzt – unbeirrt über das angebotene Futter her. Er trank ausgiebig und war begeistert von Claudias Extraportion Päppelfutter - Hühnchen und Schinken.

 

Wir sind unfassbar erleichtert, dass er es geschafft hat. Er lebt. Was für ein Kämpfer! Nun darf er sich, vorerst in unserer komfortablen Quarantäne, erholen und zu Kräften kommen. Zar lässt sich von Claudia verwöhnen und streicheln, genießt die Zuwendung und den vollen Magen. Seine rasche Genesung ist unheimlich wichtig, denn der Tierarzt ließ uns wissen, dass Zar in seinem geschwächten Zustand eine Narkose nicht überleben würde. Es wäre dringend nötig, sein Ohr unter Sedierung bis in die Tiefe zu behandeln, aber das muss warten, bis sein Zustand es erlaubt. Wir tun alles, um seine Rekonvaleszenz voran zu treiben und behandeln ihn derzeit mit einem Antibiotikum.

 

Schon jetzt wünschen wir uns für diesen gebeutelten Maremma ein HSH-geeignetes Zuhause und Menschen mit sehr viel Verständnis für seine Vergangenheit, Ruhe und Geduld. Den Rest seines Lebens soll Zar nie wieder um etwas kämpfen müssen, sondern nur noch genießen!

Ein erster Schritt in seine Zukunft ist schon verbrieft: Zar hat nämlich ein Ticket für unseren Shuttlebus geschenkt bekommen – ein großes Dankeschön an Heike F.!


Ihr Ansprechpartner für diese Vermittlung:

Karin Loebnitz
Mobil: 0177/ 7003377
E-Mail k.loebnitz@saving-dogs.de

Angaben zur Körpergröße sind geschätzt. Gewichts- und Altersangaben können, in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Feststellung, abweichen. Sofern „unbekannt“ angegeben ist, kann saving-dogs leider keine näheren Angaben zu Kinderfreundlichkeit und Katzenverträglichkeit machen. Krankheiten  geben wir grundsätzlich an, sofern sie uns bekannt sind. Bisher unerkannte Krankheiten können wir nicht ausschließen.