Hospizplatz gesucht

Wenn man sich im Tierschutz engagiert, ist man zwangsweise extremen emotionalen Belastungen ausgesetzt. Der unbedingte Wunsch und Wille einem Lebewesen in Not zu helfen stößt manchmal an Grenzen. Immer dann wenn die Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind, scheint die logische Konsequenz die Euthanasie zu sein, um unnötiges Leid zu vermeiden.

 

Was aber, wenn das betroffene Tier zwar unheilbar krank ist, aber keinen Leidensdruck hat und noch ganz viel Lebenswillen zeigt? Ein krankes Tier mit einer begrenzten Lebenserwartung ist unvermittelbar. Würde überhaupt jemand ein solches Tier adoptieren? Soll es auf seinen Tod warten müssen - weggesperrt in irgendeinem Zwinger = Gefängnis?

 

Dieser Gedanke ist nicht zu ertragen!

 

Wie wäre es einen Platz zu haben, an dem alte, sterbende oder unheilbar kranke junge Hunde die Möglichkeit haben, in Ruhe und Würde zu sterben? - wo sie von Liebe umgeben sind und auch auf ihrem letzten Weg nicht alleine gelassen werden. In einer so extremen Situation soll das Leben nicht aufwendig verlängert werden. Keine aufwendigen Operationen oder Therapien mehr. Die kostbare Lebenszeit soll Freude machen solange es gut geht.

 

„Nicht dem Leben mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben geben.“

So könnte das Motto sein.

 

Wenn Sie glauben einem unserer Schützlinge mit einem Hospizplatz helfen zu können, rufen Sie gerne die jeweilige Vermittlerin an. Wir werden Sie nicht alleine lassen mit dieser Aufgabe und sichern Ihnen unsere volle Unterstützung zu.

 

So ist beispielsweise die Behandlung von an aktiver Leishmaniose erkrankten Hunden mit hohen Kosten verbunden. Auch eine gute Schmerztherapie gehört ebenso in die allgemeine Versorgung des jeweiligen Hundes und muss finanziert werden.

Wir freuen uns auch sehr über Spenden für die medizinische Basisversorgung der betroffenen Hunde.

 


Nerina J

Nerina J sucht einen Platz, um in Würde zu sterben

 

Es fällt uns sehr, sehr schwer, die Kategorie „Hospizplatz gesucht“ zu reaktivieren. Zuletzt war sie für Carino geschaltet. Und der erfreut sich inmitten seiner Familie nun seines Lebens und ist weit davon entfernt, über die Regenbogenbrücke zu gehen. Wunder geschehen! Und darauf hoffen wir auch für die bezaubernde Hunde-Oma Nerina J.

 

Wir besuchten kürzlich unser Partnertierheim, das für die Stadt Ozieri Hunde aufnimmt. Wir haben dort einen Kooperationsvertrag und nehmen regelmäßig neue Hunde in die Vermittlung auf, um sie sichtbar zu machen. Um ihnen eine Chance auf eine Zukunft zu geben.

Als wir vor dem klitzekleinen Betonbunker von Nerina standen, wurde uns flau im Magen. Kloß im Hals. Tränen abgewischt und Fotos gemacht. Ja, bitte erschrecken! Das ist die bittere Realität für sehr viele Hunde. Auch für Nerina J. Wir wissen nicht einmal, warum sie solch einen Namenszusatz hat und werden sie schlicht Nerina nennen.

Nerina ist etwa 12 Jahre alt und hat 10!! Jahre in diesem winzigen Gehege verbracht. Allein das ist mehr, als man gedanklich ertragen kann. Die Hündin ist schwer von Leishmaniose gezeichnet, hat einen deformiertes Gelenk, ist klapperdürr und etwas scheu. Wer will es ihr verdenken – niemand hat sich jemals für sie persönlich interessiert. Sie wurde fast ihr ganzes Leben nur verwaltet, indem man für Futter und Wasser sorgt und das Gehege ausspritzt.

 

Leishmaniose ist eine Krankheit, die man durchaus mit verschiedenen Medikamenten behandeln kann, um dem erkrankten Hund Lebensqualität und Lebenszeit zu schenken. Leider ist das in den meisten Tierheimen auf Sardinien nicht der Fall. Nerina wird offensichtlich nicht behandelt. In Deutschland könnte man sehr viel mehr für sie tun!

 

Wir könnten wegsehen und sagen „Es ist zu spät, da kann man nichts mehr machen“. Aber das werden wir nicht, weil gerade diese vergessenen, geschundenen Seelen uns brauchen.

 

Nerina hat ihr fast ihr ganzes Leben vergeudet auf 8 qm Beton. Nun ist sie alt, krank und wartet darauf, dass ihr Leiden endet. Hoffnungslos.

 

Und genau jetzt kommen wir alle ins Spiel. Wäre es nicht großartig, dieser alten Hundedame zu zeigen, dass die Welt aus mehr besteht als Betonwänden, Tristesse und Schmerzen?! Wir wünschen uns für Nerina, dass sie wenigstens ein einziges Mal erfährt, wie es sich anfühlt, gestreichelt und liebkost zu werden. In einem Korb zu liegen. Sich im Gras zu wälzen. Etwas anderes zu riechen als Urin und Kot. Nerina braucht keine Spaziergänge oder ein Bespaßungsprogramm. Liebe, Zuwendung, gutes Futter, ein weiches Schlafplätzchen und ein Garten, wo sie ein wenig herumschlendern kann, wären für sie das El Dorado. Und selbst wenn es nur wenige Wochen oder Monate sind, die sie noch hat….dann hätte sie wenigstens nicht ganz umsonst gelebt in einer Welt, die nur Leid für sie übrig hatte.

 

Jedes Lebewesen hat ein Recht auf Würde. Selbst darauf, in Würde zu sterben. Nerina hat nichts davon!!

Uns ist klar, dass dies sehr viel Größe und Zivilcourage erfordert. Wir werden den Menschen, die Nerina dieses winzige Quäntchen Glück ermöglichen, mit Rat und Tat zur Seite stehen, auch und vor allem in medizinischen Fragen. Und wer weiß….? Vielleicht überrascht uns diese vergessene Seele und bleibt noch ein wenig länger, weil es ihr zum ersten Mal im Leben gut gehen würde. Wer kann Nerinas Rettungsengel werden?! Ihre Uhr tickt schon sehr laut…

Ihre Ansprechpartnerin für diese Vermittlung ist:

Claudia Hölling
Tel.: 02864/ 885369
Mobil: 0157/ 37046913
E-Mail: c.hoelling@saving-dogs.de
Fax: 02864 /6786