Karin Loebnitz

Die Tierliebe, die Achtung vor unseren Mitlebewesen, wurde mir praktisch in die Wiege gelegt.

 

Mein Vater hatte ein großes Herz für notleidende Tiere; er rettete einen unterkühlten Papagei

 

aus einer Tierhandlung, sammelte in Not geratene Hunde ein, nachdem ihre Menschen sie einfach weggeworfen hatten. Zum Beispiel eine hochschwangere Pudeldame, die bei uns ihre Welpen bekam. Auf diese Weise kam auch Arno, mein geliebter Schäferhund, zu uns ins Haus. Zuerst saß er neben meiner Wiege, wir hielten gemeinsam unseren Mittagsschlaf. Später holte er mich täglich von der Schule ab. Als er starb, war ich untröstlich. 

 

Diese Aspekte meiner Kindheit prägten mich wie kaum etwas anderes. Es dauerte jedoch, bis ich diesem inneren Ruf folgen, meinen Traum zur Gänze leben konnte.  

 

Als ich meinen Mann kennen lernte, waren wir uns einig, dass auch unsere Kinder diese wunderbare Erfahrung machen und mit einem Hund aufwachsen sollten. Wir adoptierten Dana, eine Labradorhündin. Leider war Dana nicht viel Zeit in unserer Familie vergönnt - sie starb mit nur 20 Monaten an Krebs. Danas Leidensweg legte den Grundstein zu meinem heutigen Beruf - ich arbeite seit vielen Jahren als selbstständige Tierheilpraktikerin.

 

Wir vermissten Dana sehr. Als wir uns nach Wochen voller Trauer nach einem neuen Familienmitglied umsahen, fanden wir unsere Shari. Eingepfercht in einem Schweinestall, mit all ihren Geschwistern. Nach und nach wuchs unser Rudel...

 

Weil wir uns mittlerweile stark im Auslandstierschutz engagierten, Notfallhunde zur Pflege aufnahmen, viele Welpen aufpäppelten, hatten unsere eigenen Hunde immer wieder die Aufgabe, ein oder zwei arme Seelen auf ein neues Leben vorzubereiten. Sie machen das bis zum heutigen Tage wirklich toll, sind gleichzeitig Spielkameraden, Lehrer und Sozialarbeiter.

 

Seit Jahrzehnten können wir uns ein anderes Leben nicht mehr vorstellen. Wir haben uns den in Not geratenen Hunden mit Leib und Seele verschrieben. Oft leben viele Hunde, eigene und Pflegehunde, mit uns zusammen.

 

Mein Herz schlägt für die Hunde auf Sardinien und ganz besonders für die dort beheimateten Herdenschutzhunde, die Maremmanos. Bei mittlerweile unzähligen Besuchen auf der Insel knüpfte ich viele Kontakte, lernte viel über die Mentalität der Menschen dort, die Situation der Straßenhunde, die Tierheime, bürokratische Hürden. Fast immer steige ich mit Notfallhunden aus dem Flugzeug. Im Tierschutz kommt es gelegentlich vor, dass diese Hunde einige Hypotheken im Gepäck haben, seelisch vollkommen am Ende oder nicht sozialisiert sind, wenn sie nach Deutschland kommen. In diesen Fällen freue ich mich sehr, auch meine beruflichen Erfahrungen als Hundetrainerin erfolgreich umsetzen zu können. Es ist eine Erfüllung, die positive Entwicklung, besonders bei stark traumatisierten Hunden, verfolgen zu können und sie dann irgendwann mit gutem Gewissen in ihr zu Hause geben zu können.  

 

Ohne meinen Mann Günter, der dies mit ganzem Herzen mitträgt und sehr oft mit auf Tour ist, wäre das alles nicht machbar. Wir haben verinnerlicht, dass es zwei grundlegende Aspekte im Auslandstierschutz gibt. Zum einen die Sofort-Hilfe, weil ein Notfall nicht warten kann. Zum anderen die Präventionsarbeit, weil es der einzige Weg ist, die Situation der Hunde nachhaltig zu verbessern.

 

Diese Aufgaben unterstützen wir mit unserer ganzen Energie.