Sternenhimmel

Für einen Augenblick hielt der Himmel den Atem an, als ein neuer Stern erstrahlte


Whisky, für seine Familie war er Barney …

„Egal, wie groß oder klein die Pfoten sind, die uns begleitet haben,
sie hinterlassen Spuren für die Ewigkeit in unseren Herzen.“


Viel zu kurz haben Barneys Pfoten Abdrücke seine Familie begleitet. Er liebte es so sehr mit seinen Menschen und seiner Lieblingskatze unterwegs zu sein. Die Samtpfote lief viele Spazierwege an seiner Seite mit. Barney war ein „Katzenversteher“ und dieser tolle Charakterzug war entscheidend für seine Adoption. Zu den vorhandenen Katzen durfte nur ein freundlicher Hund einziehen.
Als 2019 das berüchtigte Canile E auf Sardinien zwangsaufgelöst wurde, wurden alle Hunde von dort umgesetzt und auf andere Tierheime verteilt. Wir konnten Barney (damals Whisky) zum Glück privat auf Sardinien unterbringen, sonst hätten wir keine Möglichkeit mehr gehabt ihm zu helfen.
Anfang 2020 durfte er dann in seine Pflegefamilie reisen und hier schloss er seine erste Katzenfreundschaft mit Emma, der Katze der Pflegefamilie.
Im April 2020 gab es für ihn den „6-er im Lotto“ ! Zum ersten Mal in seinem 12-Jahre altem Leben hatte er seine eigene Familie bekommen. Ein Traum wurde für ihn wahr. Nach den langen Jahren der Entbehrung lebte er nun im Schlaraffenland. Er wurde geliebt und verwöhnt.
Für jedes Tier ist ein Happy end berührend, aber für die alten Tiere, die so lange warten mussten ,ist es doppelt und dreifach schön !!!

Es gab großartige Bilder und Videos von einem unendlich glücklichen Barney 😊

 
Er tobte durch den Garten, kannte schnell den Platz der Futtertonne, begleitete Frauchen ins Büro . Kurzum er holte sich sein Leben zurück , so wie wir es immer für die alten Hunde vorhersagen ….

Wir alle hätten ihm noch so viel mehr Zeit gewünscht !!! Es sollte anders kommen.

 

Ende Juni 2021 baute Barney massiv ab, sein Allgemeinzustand wurde immer schlechter. Die schreckliche Vermutung, dass ein Hirntumor die Ursache sein könnte, stand im Raum.
Barney stellte das Fressen ein und konnte nur noch unter größter Mühe aufstehen.
Am 13.Juli ist er seinen letzten Weg über den Regenbogen gegangen. Wir sind so unfassbar traurig.
Wie immer empfindet man dieses „kurze“ Glück als ungerecht…
Seine Familie aber schreibt :“ Wir hatten ein wunderbares Jahr mit ihm…. Wer hätte das am Anfang gedacht……. dafür bin ich dankbar
Und es war mit Sicherheit die beste Zeit seines Lebens.
Danke, dass er bei Ihnen - liebe Familie M. - glücklich sein durfte und als alter Hund in seinem Leben noch so viel Liebe und Zuneigung erhalten hat.



Bianca – niemals geht man so ganz - irgendwas von Dir bleibt hier….

Unser „Schneeweißchen“ hatte unsere Herzen so sehr berührt. Ihr Geburts-Tag war der 11.10.2005 !

Sie musste ihr ganzes Leben im Canile auf Sardinien verbringen. Als wir davon erfuhren war es uns eine Herzensangelegenheit die alte Hündin dort rauszuholen.

 

In ihrem Vermittlungstext 2019 schrieben wir :

Biancas Alter ist mit 14 Jahren angegeben. Es wird Zeit, dass sie nun ihre eigene Familie bekommt. In diesem Alter sollte ein Hund erleben dürfen endlich dazu zugehören“…

 

Überglücklich nahmen wir ein Pflegestellen-Angebot für sie an und so konnte sie im September 2019 endlich das elendige Leben auf Sardinien hinter sich lassen. Bianca hatte einige Baustellen im Gepäck.

Auf ihrer Pflegestelle kam sie nicht klar…war extrem unruhig…rastlos wanderte sie auch in der Nacht hin und her…blieb lieber draußen, als im Haus zu schlafen. Eine Kollegin nahm sie in ihre Obhut. Sie wurde dort ruhiger und deutlich entspannter.

 

Und sie bekam noch eine Adoptionsanfrage und durfte doch noch in eine eigene Familie umziehen !!!

Was für ein Geschenk in diesem hohen Alter ! Es ist nie zu spät und ein Hund ist nie zu alt, um noch eine glückliche Zeit in seinem Leben haben zu dürfen und erst recht, wenn er zuvor kein gutes Leben hatte.

Doch die Lebensuhr läuft weiter und lässt sich nicht anhalten. Bianca wurde schwächer und desorientierter in ihrem zuhause. Manchmal können auch Menschen diesen Zustand emotional und körperlich nicht aushalten. Ihre Familie fühlte sich absolut überfordert mit Bianca, deren Lebenszeit sich nun sichtlich dem Ende näherte…

 

Überforderung oder Hilflosigkeit ? Wir wollen an dieser Stelle die Situation nicht weiter bewerten….

Bianca durfte zu unserer Kollegin, die sie schonmal aufgefangen hatte, zurückkehren.

Es wurde ein Hospiz-Platz für das sehr alte Mädchen .

 

In der Nacht vom 11./12.Juli ist sie für immer gegangen. Bianca wurde knapp 16 Jahre alt.

Der Tod löscht das Licht des Lebens aus,

aber niemals das Licht der Liebe !

(Irmgard Erath)


Lina  2005 bis 2021

 

Ich will dir einen Hund für eine Weile leihen“, sagte ein Engel. „Damit du ihn lieben kannst, solange er lebt und trauern, wenn er tot ist . Ich kann dir nicht versprechen, dass er bleiben wird , weil alles von der Erde zurückkehren muss…

Lina`s Tage waren schon gezählt als wir Ende 2019/Anfang 2020 von ihrer Existenz erfuhren.
Eine uralte Hündin …geschätzt am 1.1.2005 geboren…dem Tode vielleicht schon näher als dem Leben.
Den Gedanken, dass sie die Welt verlassen würde, ohne jemals Liebe erfahren zu dürfen, konnten wir nicht ertragen. Natürlich würde der stundenlange Transport eine Herausforderung für sie sein….
Sie sollte ihre Chance jedoch bekommen ! und sie bekam recht schnell ihre Anfrage !!! und das von einer jungen Frau ,die bereits die Hündin Penny von uns adoptiert hatte.
Respekt, liebe Annelie – wir finden Dein Engagement einfach grandios.
Also ging Lina nach tierärztlicher Eignungsprüfung auf die große Reise in ein neues Leben! Sie hatte sofort verstanden, dass das Leben noch einmal für sie beginnen würde und startete sofort durch.
Wir versprechen es den Adoptanten älterer Hunde immer wieder: der Hund holt sich sein Leben zurück! Egal, welches Alter in seinen Papieren steht. Lina benahm sich wie ein Welpe. Sie liebte es zu rennen und konnte nicht genug bekommen.
Sie strahlte pure Lebensfreude aus. Kein Gedanke mehr daran, dass wir einen Gnadenbrotplatz für sie suchten. Es kamen unglaublich schöne Videos von „Karma“ bei uns an. Bilder, die auch uns motivieren weiter für die alten Hunde kämpfen. Karma begleitete Ausflugstouren ihrer Menschen, war immer dabei. Im Sommer 2020 sorgte ihre Familie dafür, dass die Zähne in Ordnung gebracht wurden. Leider blieb nur 1 Zahn erhalten. Sie hat diese Behandlung sehr gut überstanden. Es war einfach sensationell.
Im Februar 2021 erreichten uns wiederum einmalige Videos von ihr. Sie tobte im Schnee und wir konnten nicht glauben, dass sie jetzt schon 1 Jahr in ihrer Familie verbracht hatte…
Als im Juni die traurigste Nachricht aller Nachrichten kam, konnten wir es kaum glauben.
Ihr Frauchen schrieb:
Hallo Claudia, ich wollte dir mitteilen, dass wir die kleine Maus heute gehen lassen mussten.
Heute Morgen konnte sie nicht mehr Pippi machen und es kam etwas Blut. In der Tierklinik wurde ein Tumor in der Milz und einer in der Blase festgestellt, groß wohl kurz vorm Aufplatzen. Wir waren uns einig, dass wir sie niemals leiden lassen wollten und haben auf tierärztlichen Rat, dem gehen lassen zugestimmt. Wir waren bei ihr und sie war ruhig wie noch nie, so als wüsste sie, dass es der richtige Weg ist.
Wir sind total traurig, auch wenn wir wussten das dieser Tag kommt. Sie war immer unglaublich tapfer und hat unsere Erwartungen alle übertroffen was die Fitness und das Durchhaltevermögen betrifft.
Auch wenn man weiß, dass der Tag kommen wird und bei einem alten Hund ist man irgendwie darauf eingestellt (glaubt man) …so ist die Endgültigkeit immer schwer zu fassen.
Karma hat so viel geschenkt mit ihrer Lebensfreude und ihrer Energie. Ihr Geschichte wird uns immer motivieren besonders die alten Hunde in den Fokus von Vermittlungen zu setzen.
Sie war eine besondere alte Dame! Sie hatte die beste Zeit ihres 16-jährigen Lebens in ihrer Familie in Deutschland. Danke, dass ihr für sie da gewesen seid.


Für Billy - genannt Brösel ….
Ach, liefest du durch den Garten noch einmal im raschen Gang – wie gerne wollte ich warten, warten stundenlang! - Theodor Fontane


Brösel liebte den Garten und das weitläufige Grundstück. Endlich „frei“ zu sein und sich so bewegen zu können, wie er wollte…das war sein größtes Glück. Er verbrachte seine ersten 9 Lebensjahre im berüchtigten (und mittlerweile geschlossenen) Canile E auf Sardinien. Im Frühjahr 2017 endlich wendete sich sein bis dahin armseliges Leben hinter Gittern.
Obwohl sein Frauchen in diesem Zeitraum auch einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen musste, hielt sie an ihm fest. Es war sicherlich die richtige Entscheidung und Brösel ein zuhause zu geben, war bestimmt auch eine guter Trost in einer eigentlich traurigen Zeit.
Brösel war allerdings anfangs recht eigenwillig und irgendwie blieb er es auch- aber auf eine nette Art und Weise. Ein Charakterhund! das kann man auf jeden Fall über ihn sagen.
In der ersten Zeit verließ er einfach seine Decke nicht ohne irgendwelche Tricks. Frauchen konnte diese nicht waschen oder staubsaugen .Auch Besucher wurden von diesem Platz aus angebellt; nie ging er auf die Menschen zu.
Es gibt keinen Hund, auf welchen der Name „Brösel“ so gut passte, wie auf ihn .
Er bekam noch eine Freundin an seine Seite. Frauchen adoptierte „unsere“ Robby - genannt Robbe. Auch von ihr wollte er anfangs nichts wissen. Robbe nahm es ihm nicht übel, solange sie auch an seinen Futternapf konnte.
Und dann kam es noch zu einem Wiedersehen mit seinem Bruder „Pippo“. Er durfte als Pflegehund bei Brösel einziehen. Die große Wiedersehensfreude blieb jedoch aus.
Pippo blieb nicht lange genug. Er wurde von einem LKW getötet.
Brösel baute Anfang diesen Jahres merklich ab. Geschätzte 13 Jahre war er mittlerweile alt. Der Tierarzt stellte massive Herzgeräusche fest. Sein altes Herz war angegriffen. Die Herzklappen schlossen nicht mehr richtig. Die Medikation war ausgereizt.
In den Armen seines Frauchens ist Brösel am 17.6. 21 für immer eingeschlafen.
Wir behalten diese eigenwilligen Kerl immer in unserer Erinnerung !
Run free - Brösel ! Du bist nun frei und vielleicht bist du jetzt etwas netter zu deinem Bruder Pippo .Du triffst ihn bestimmt wieder auf der anderen Seite des Regenbogens.


Tibby  * 15.4.20  bis  +10.6.21

Viel zu früh hat sich unsere Tibby zu den Sternen aufgemacht. Wir alle sind fassungslos und sehr traurig, dass wir nicht mehr für die bezaubernde, tapfere Hündin tun konnten. Der einzige, wenn auch bittere Trost ist, dass die kleine Kämpferin nun keine Schmerzen mehr erdulden muss. Sie hat sie wahrlich gut vor aller Augen verborgen. Run Free Tibby, von jetzt an hast du 4 gesunde Pfoten.

 

Nachfolgend die Abschiede von Tibbys Familie und ihrer Pflegestelle:

„Liebe Tibby,

jetzt ist es schon über eine Woche her, dass wir Dich gehen lassen mussten und noch immer können wir es nicht richtig fassen.

Du warst immer so fröhlich, neugierig, aufgeweckt und einfach nur lieb, hast uns Deine Schmerzen nicht anmerken lassen und es war ein Schock zu hören, wie schlimm Deine Schmerzen gewesen sein müssen. Leider hätten wir Dir mit nichts in der Welt helfen können und so mussten wir die einzig richtige Entscheidung treffen und Dich gehen lassen.

Du hast unsere Herzen mit Deiner Lebensfreude, trotz doppeltem Handicap, im Sturm erobert und wir hätten uns so viel mehr für Dich gewünscht.

Du hast uns so viel Liebe und Freude gegeben, warst für jede Berührung und jedes nette Wort dankbar. Jede Gelegenheit zum Kuscheln hast Du sofort ergriffen und beim Spielen hat man fast vergessen können, dass Dir Deine Hinterpfoten fehlen. Du wolltest immer und überall bei uns sein und hast uns fast überallhin begleitet.

Kleine Prinzessin, wir sind unendlich dankbar, dass wir Dich kennen lernen und für die Zeit, die wir mit Dir verbringen durften. Wir vermissen Dich sehr und Du wirst immer einen Platz in unseren Herzen haben.

In Liebe

 

Fabian, Daniel, Simone und Bela“

„Liebe Tibby,

als die ersten Bilder von Dir auf der saving-dogs-Website erschienen, waren wir erschrocken über dein schreckliches Leid und zugleich schockverliebt in dich kleine süße Maus. Wir fackelten nicht lange und riefen Karin an, um ihr mitzuteilen, dass wir schnellstens helfen wollen und müssen und deine Pflegestelle sein möchten!! Dein schreckliches Schicksal hat uns zu tiefst berührt.

 

Als wir dich dann endlich am 8. August 2020 in Hilden am Transporter abholten und dich das erste Mal im Arm hielten und du uns mit deinen großen braunen Kulleraugen angesehen hast, da hattest du unser Herz bereits im Sturm erobert. Von diesem Augenblick an warst du unsere kleine Prinzessin und der Mittelpunkt der ganzen Familie.

Deine beiden Hundekumpels Cooper und Bobby liebten dich von der ersten Minute an und du hattest eine große Lobby bei den beiden Rüpeln. Mit Finn bist du jeden Abend ins Bett gegangen und hast die ganze Nacht an seiner Seite gekuschelt. Ihr beide wart unzertrennlich…

 

Tibby, du warst für uns eine ganz besondere Zuckermaus; alles hast du mit Geduld über dich ergehen lassen…Täglich haben wir mehrfach deine Stümpfe gesäubert und gewickelt. Arztbesuche sowie die Abdrücke deiner neuen Prothesen - nichts war dir zu viel, im Gegenteil: Du hast jede Minute deines neuen Lebens genossen. Mitte September war es dann endlich soweit, deine ersten Prothesen waren fertig.

Am 17. September bist du dann zu deiner Für-Immer-Familie umgezogen. Hier sind viele Abschiedstränen geflossen und bis heute reden wir fast täglich von dir.

 

Als wir heute (10.06.21) erfahren haben, dass deine Schmerzen unerträglich waren und du über die Regenbrücke gegangen bist, ist für uns eine Welt zusammengebrochen. Der einzige Trost für uns ist, dass du da, wo du jetzt bist, keine Schmerzen mehr hast und dass wir uns irgendwann wiedersehen. Deine liebevollen Blicke werden wir nie vergessen Du bleibst für immer in unserem Herzen.

 

Tina, Gerd und Finn“


Kenas/Xena -deine Familie hatte noch so viel mit Dir vor ….

Du solltest es endlich guthaben. Dein ganzes Leben hast du in einem der grausamstem Gefängnisse Sardiniens verbringen müssen. Ohne Fürsorge und Hilfe hast du dort schon Schmerzen aushalten müssen…Hunde halten vieles aus. Vielleicht hast du dir deshalb auch auf deiner Pflegestelle auf Sardinien nichts anmerken lassen. Wir alle hatten keine Ahnung davon, dass du eigentlich vor Schmerzen nicht laufen konntest. Aber du wolltest so gerne leben, wolltest unbedingt erleben, wie es sich anfühlt eine eigene Familie zu haben und endlich willkommen zu sein.
Es wurden nur 78 Tage im Glück ! Es waren 78 Tage voller Liebe zu Dir und Dein Frauchen hat dich bis zum Schluss in ihren Armen gehalten. Jetzt bist du frei und unsere Tränen wünschen Dir Glück .
Xena ist laut ihren Papieren am 01.06.2009 geboren, verstorben am 07.06.2021.
Lebte hier vom 20.03.2021 bis 07.06.2021.


Ihr Frauchen schreibt die letzten Zeilen :
„Meine liebe kleine Maus,
du hattest viel zu wenig Zeit hier bei uns, in Liebe und Geborgenheit.
Warum sich niemand rechtzeitig um dich gekümmert hat, werde ich nie verstehen.
Als du hier eintrafst, konntest du kaum laufen. Wir baten sofort unsere Tierärztin dich anzusehen. Sie schlug die Hände über dem Kopf zusammen, über deinen Gesundheitszustand. Sofort bekamst du Etwas gegen die Schmerzen. Saving dogs wurde informiert, und sie organisierten kurzfristig einen Termin beim Spezialisten. Dieser erkannte auf deinen Röntgenbildern jede Menge Arthrose, die Wirbelsäule voller Spondylosen. Die Schilddrüse war nicht in Ordnung, deine Nieren so sehr angegriffen, dass du die gesamte Untersuchung ohne Narkose über dich ergehen lassen musstest.
Auch dabei bliebst du lieb und freundlich!!!
Das hätte auch ganz anders aussehen können. So mancher andere Hund hätte vermutlich vor Schmerzen geknurrt, vielleicht sogar um sich gebissen … du aber nicht!
Du bekamst eine Spritze, die dir vier Wochen lang helfen sollte. Es sah auch erst mal gut aus. Es schien dir besser zu gehen. Was haben wir uns mit dir gefreut …Nach einer Woche war die Wirkung vorbei. Es ging dir Zusehens schlechter. Also wieder auf die ursprünglichen Medis zurück. Damit konntest du dich wieder etwas besser bewegen.
Du hast dich mit allen hier sehr gut verstanden, Zwei.- und Vierbeiner. Du hast dir gleich nach deiner Ankunft das zentralste Hundebett zu deinem auserkoren. Da bestandest du auch drauf, dass du darin liegen wolltest. Du hast es nicht mit Knurren oder Zähnefletschen verteidigt. Nein, ganz charmant hast du die anderen „herausgeschaut“, wenn das nicht half, dann eben danebengelegt. Dauerte dann auch nicht lange, bis es dann wieder ganz deines war …
Du hast dich immer soooo nett und freundlich verhalten, konntest sogar richtig Lachen. Hast gescherzt, ja konntest manchmal richtig albern sein. Ach du liebe süße Maus ich vermisse dich so sehr.

Wir alle hatten so gehofft, dass du mehr Zeit haben solltest!!!
Aber als dir das Laufen dann doch so schwerfiel, dass man richtig sehen konnte, dass dir jeder Schritt enorme Schmerzen bereitete, mussten wir dich dann doch gehen lassen. Morgens wolltest du gar nicht aufstehen. Über Tag dann auch nur noch, um dich zu lösen. Und auch das bereitete dir Schmerzen. Das Einzige, was wir noch für dich tun konnten, war dich von diesen allgegenwärtigen Schmerzen befreien zu lassen.
Dass du dich so viel quälen musstest, hätte vermieden werden können, wenn man dir schon sehr viel früher geholfen hätte.
UND AN DIESER STELLE KLAGE ICH ALLE AN, DIE DICH KANNTEN UND NICHT GEHOLFEN HABEN!!!!!!!!!
Jetzt passt Sunny auf dich auf, bis wir alle wieder zusammen sind. Mache es gut meine liebe kleine Maus auf der anderen Seite des Regenbogens. Wir sehen uns wieder.“



Sunny – für immer im Herzen

Mit dem Namen „Lella“ machten wir ihn auf unserer Homepage sichtbar und holten ihn in unsere Auffangstation „Hope“. Dort stellte sich heraus, dass es ein „Lello“ war …ein Rüde !

 

Trotzdem …und das werden wir seiner Familie nie vergessen… durfte er kommen und bleiben !!!

Er kam am 30.4.2017 …damals noch mit dem Flieger…und wurde von seinem Herrchen auf den Armen aus den Flughafen getragen in die neue Welt. Sein neuer Name wurde „Sunny“, denn er sollte nur noch im Sonnenlicht sein - kein Schattenleben mehr leben.

 

Am 1.5.2021 hat er in den Armen seines Frauchen und 14 Jahre alt seine letzte Reise angetreten.

Er hatte die 4 besten Jahre seines Lebens in seiner Familie !

Wir sagen Ciao/Auf Wiedersehen zu einem wunderbaren Hund !

Lesen Sie hier den Abschied seiner Familie:

Mein lieber Sunny,

dein Weg von einem total verängstigten, ungewollten, unversorgten Hund zu einem entspannten, respektierten, von Allen geliebten Familienhund war lang und steinig.

Deine ersten 10 Lebensjahre musstest du im Canile unter schrecklichsten Bedingungen vergeuden. Nur nackter Beton, kaum Futter, und nicht jeder Hund, mit dem du zusammengesteckt wurdest, war dir freundlich gesonnen. Die Narben auf der Nase und an den Ohren, sprachen Bände.

 

Als du mit ca. 10 Jahren hier eintrafst, war es kein Wunder, dass du dich erst einmal wie auf einem anderen Planeten gelandet, gefühlt haben musstest. Aber dein neuer großer Bruder Sam hat dir die erste Angst genommen. Er hat dich an die Pfote genommen, dir gezeigt, dass es Hunde und Menschen gibt, denen man vertrauen darf. Ein Hundebett war für dich auch erst mal viel zu gruselig, die Fußmatte musste es sein. Mehr hast du dir nicht erlaubt. Es hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert, bis du dich wirklich entspannen konntest. Bis du mal tief schlafen konntest, ohne gleich beim ersten Geräusch oder einer noch so kleinen Bewegung hochzuschrecken.

Draußen war auch jeder Hund, jeder Mensch viiiieeel zu gefährlich. Nur den Damen warst du etwas eher zugetan. Da die eine oder andere Rüden Begegnung nicht so freundlich für dich verlief, Sam aber immer sofort an deiner Seite war, um dich zu beschützen und zu verteidigen, hast du zumindest ihm vertraut.

Nachdem wir herausgefunden hatten, dass du mit einer Hormonbehandlung sehr viel gesünder warst, hast du diese auch dauerhaft bekommen. Das war dann der endgültige Durchbruch: Du hattest plötzlich nicht mehr Angst vor deinem eigenen Schatten. Du wurdest offener, freier, entspannter. Du konntest auch mal von selbst auf die Menschen zugehen, Leckerchen erbetteln, Streicheleinheiten einfordern. Endlich konntest du deine Angst überwinden. Es war eine Freude zu sehen, wie wunderbar du dich entwickelt hast. Ja du hast auch auf deine alten Tage noch dazu gelernt, und zwar jede Menge.

 

Natürlich war auch für dich nicht jeder Tag ein Zuckerschlecken. Du musstest so einiges an Krankheiten durchstehen. Aber das haben wir Alles gemeinsam in den Griff bekommen. Bis, ja, bis dein Herz dann doch nicht mehr so viel leisten konnte, wie wir es uns für dich gewünscht hätten. Du wurdest mit Herzmedikamenten versorgt, die du auch immer brav genommen hast. Aber auch die beste medizinische Versorgung kann keine Wunder vollbringen. Du warst mittlerweile 14, und dein Herz konnte nicht mehr verhindern, dass sich Wasser in deinen Lungen sammelte. Natürlich standest du vor mir und betteltest um Hilfe. Leider konnte ich dir nur noch die eine Hilfe geben, dich von deinen Qualen erlösen zu lassen. Du bist in meinen Armen gestorben, geliebt, gestreichelt, du wohnst für immer in unseren Herzen.

 

Mache es gut mein kleiner Schatz. Eines Tages sehen wir uns wieder. Jetzt hast du keine Schmerzen, keine Atemnot, und keine Probleme mehr.

Ich wünsche dir von Herzen, viel Freude für dich und die Jungs und Mädels, auf der anderen Seite des Regenbogens. Bis bald.


 Lulù  - *26.02.2012 - +12.12.2020

Eine ganz besondere Persönlichkeit gelangte durch saving-dogs im August 2019 zunächst auf eine Pflegestelle in Deutschland. Durch den vorher nicht behandelten Megaösophagus hatte Lulùs Lunge leider bereits Schaden genommen. Das Herz war leicht beeinträchtigt und ihr Ernährungszustand war erbärmlich. Sie lernte, viele kleine Mahlzeiten am Tag zu essen und bekam einen Futterstuhl dafür. Sie nahm zu, ihr Fell wurde schön und weich. Wegen der Leishmaniose war ihre Nase bereits verändert, aber auch das konnte durch Diätfutter und Medikamente wieder normalisiert werden. Auch wenn ihre Leistungsfähigkeit sich in engen Grenzen hielt, wurde Lulu eine wunderbare, selbstbewusste Hündin, die sogar das Streicheln genießen konnte. Und es gab nur noch wenige Situationen, die ihr Angst machten.

 

Lulù brauchte keine Sprache, um mitzuteilen, was und wie sie etwas wollte. Wollte sie z.B. die Gassirunde abkürzen, so zeigte sie an einer geeigneten Stelle durch ihr Verhalten „Lass uns hier entlang gehen“. Oder sie weigerte sich, den ihr zugewiesenen Platz im Auto einzunehmen – nein, sie wollte bei den anderen beiden Hunden der Pflegestelle sein.

 

Und dann geschah das Wunder – Lulù bekam nach 1 Jahr ein eigenes Zuhause!

 

Gerade erst hatte sie dem großen Rüden der Pflegestelle das Sofa abgeluchst, da durfte sie umziehen. Schon nach 24 Stunden hatte Lulù verstanden, dass sie jetzt dort wohnt. Und da zeigte sich: Lulù wollte Einzelprinzessin sein! Und das wurde sie! Eine eigene Couch, mehrere orthopädische, bequemste Liegeplätze, das neue Frauchen immer zu Hause, großer Garten und ein Rüde im Haus. Jede Mahlzeit wurde frisch zubereitet mit ganz viel Abwechslung – alles purinarm. Lulù bot sogar vertrauensvoll ihren Bauch zum Streicheln an!! Leider musste die Maus oft zum Tierarzt: Mehrere Lungenentzündungen mit Wasseransammlungen in der Lunge, eine Kehlkopfentzündung und gegen Ende die Aufgasung des Darmes. Lulù schien immer verstanden zu haben, dass es ihr nach den ungeliebten Tierarztbesuchen besser ging, aber am 12.12.2020 zeigte sie, dass sie jetzt einfach nicht mehr will. Sie hat auf dem Schoß ihres Menschen ihre letzte Reise angetreten.

 

Lulù hinterlässt ein „Frauchen“, das bis heute nicht über diesen leider notwendigen Abschied hinweg ist. Diese großartige Hündin war ihr Ein und Alles.

Auch das saving-dogs Team wird Lulù, die tapfere Kämpferin, fest im Herzen bewahren.

 

Lesen Sie hier Lulù's Geschichte


Tigra – kaum angekommen ist sie auf eine Reise ohne Wiederkehr gegangen ….

 

Es ist einfach nur bitter! Dein ganzes Leben musstest du hinter Gittern verbringen. Dein Bruder Nerone konnte früher einen Platz finden als du und so warst du die letzten Monate auch noch ganz allein in deinem Gefängnis. Endlich im März war es auch für dich so weit und Deine Pflegefamilie hat sich so unendlich auf dich gefreut. Du solltest es nur noch guthaben und endlich erleben dürfen, dass Menschen dich lieben und für dich sorgen würden. Deine Familie hatte so viel Verständnis für Deine Angst vor der neuen und fremden Welt. Schritt für Schritt wollten sie dir alles zeigen…

Du warst so dünn, als du kamst und ein geriatrisches Blutbild sollte Informationen über Deine Gesundheit liefern. Der Befund war verheerend! Solche schlechte Nierenwerte hatte die Tierärztin noch nie in der Praxis gehabt. Tapfer hast du alle intensivmedizinischen Behandlungen mitgemacht.

 

Die Hoffnung stirbt - wie immer – zuletzt.

Es war zu spät...als es absehbar wurde, dass die Nieren kurz vor dem Versagen waren, blieb nur noch der letzte traurige Akt der Liebe. Deine Familie ließ dich nicht allein und begleitete dich zum Weg über die Regenbogenbrücke . Gute Reise - liebe Tigra!

 

„Weine nicht um mich, da ich jetzt hinausging in die dunkle Nacht. Trauere, wenn du willst, aber nicht lang, dem Flug meiner Seele hinterher. Ich habe jetzt Frieden, meine Seele hat jetzt Ruh, Tränen braucht es nicht dazu. Es gibt keinen Schmerz ,ich leide nicht und auch die Angst ist weg. Mach deinen Kopf für andere frei ,ich lebe in deinem Herzen fort.

Vergiss meinen Lebenskampf, vergiss die letzten Sorgen.

Vergrab dich nicht im Jammertal, sondern freu dich …ich habe gelebt …mit euch."

 

Tigra kam am 20.3. in ihre Pflegefamilie und ist am 14.4 über den Regenbogen gegangen.


Bianca *15.5.2015 bis +12.2.2021

Leider mußten wir unsere Bianca gehen lassen. Das Schicksal hat ihr eine fiese Krankheit namens Epilepsie mitgegeben, die nun viel zu früh ihr Leben beendete.

 

Als wir Bianca im März 2016 von einer Pflegestelle in Herne holten, war alles bestens. Sie war nicht mal ein Jahr alt und hatte es bis dahin nicht gut in ihrem Leben. Man hatte sie als jungen Hund einfach weggesperrt und sie kannte nicht viel. Anfang 2016 kam sie von Sardinien ins Ruhrgebiet auf eine Pflegestelle, wo sie mit zwei anderen Hunden anfing, ihr neues Leben zu genießen. Ende März 2016 holten wir sie dort ab und wenige Tage nach dem sie bei uns war, geschah der erste Anfall. Aus heiterem Himmel fiel Bianca um, strampelte mit den Beinen, von den Augen sah man nur noch das Weiße, verdrehte den Körper auf grausame Weise und war völlig weggetreten. Es dauerte nur wenige Minuten, aber wir waren geschockt. Was nun? Wie damit umgehen? Wir haben uns schlau gemacht, haben alles Mögliche untersuchen lassen, aber eines war sofort klar: wir geben Bianca nicht mehr her. Wir werden mit diesem Handicap leben. Anfangs kamen die Anfälle eher selten, doch dann wurden sie häufiger und heftiger. Bianca brauchte Medikamente. Wir haben alles getan, um Anfälle zu vermeiden. Und tatsächlich: von November 2017 bis Mai 2020 kein einziger Anfall! Fast zweieinhalb Jahre ohne größere Tierarztbesuche. Doch in 2020 musste sie dann gleich drei Mal für mehrere Tage stationär in der Tierklinik aufgenommen werden. Mit den Medikamenten waren wir am Anschlag: wir hatten alle Präparate, die ein Hund gegen Epilepsie nehmen kann, in unserer Apotheke und sie brauchte sie alle, und das zu ganz bestimmten Zeiten und in relativ hohen Dosierungen.

Bianca war so eine ruhige Persönlichkeit. Sie war niemals aggressiv, wenn Besuch kam; sie hat nie irgendwas kaputt gemacht, sie bellte nicht einfach drauf los, wenn sie was hörte. Bianca wollte immer nur gekrault werden, liebte es, gebürstet zu werden. Streicheleinheiten wurden ohne Rücksicht auf Verluste mit kräftigen Nasenstupsern eingefordert, oder auch mal mit einem etwas ungeschickten, groben Pfotenhieb. Bianca fand jedes Mikrokrümelchen an Futter, hatte immer Hunger. Wegen ihres eigentümlichen Ganges und ihrer ruhigen Art wurde sie meist älter geschätzt, als sie tatsächlich war. Bianca fuhr gerne im Auto mit, hatte kein Problem mit anderen Hunden oder anderen Tieren.

Bianca war auch nicht ängstlich. Gewitter oder auch Silvester, Böllerschüsse zu besonderen Feierlichkeiten oder Fehlzündungen von Fahrzeugen – das alles nahm sie ziemlich gelassen hin. Sogar wenn wir zum Tierarzt mussten (Impfen, Blut nehmen oder auch stationär dort bleiben), lief Bianca immer ohne zu zögern mit. Sie schien immer gut gelaunt und fröhlich. Nur Fressbares wurde notfalls mit Knurren verteidigt, jedenfalls gegen andere Hunde.

 

Ja, es war manchmal anstrengend, täglich sehr früh aufzustehen; nicht wirklich durchzuschlafen, weil Bianca nachts mal musste; Besuche abzusagen; immer früher weg zu müssen oder später zu kommen, weil Bianca ihre Medikamente braucht. Nicht immer hatten alle dafür Verständnis. Aber wir haben es gerne für Bianca getan und würden es auch liebend gerne die nächsten Jahre noch tun.

 

Leider hat es das Schicksal anders gemeint und beschlossen, dass es genug ist. Wir wollten Bianca nicht länger leiden und kämpfen sehen und gaben sie frei.

Mach’s gut, Süße, wir werden dich nie vergessen.


Simba *25.2.2020 - +21.1.2021

Gute Reise Großer!

Dein Leben fing nicht sehr vielversprechend an. Was hattest Du auch schon zu erwarten? Als ungewollter Wurf auf Sardinien schien die Zukunft klar vorgegeben. An die nächstbeste Wand geworfen werden, vielleicht einfach zum Sterben in einer Plastiktüte an einen Baum in die Sonne gehängt oder – im „besten Fall“ – in einem Canile landen. Das waren die Optionen für Dich und Deine Geschwister. Aber es kam anders, Ihr hattet Glück, Ihr wurdet ausgesetzt und seid so zu saving-dogs gekommen. Nicht auf Hope, nein Ihr wurdet in einer privaten sardischen Pflegestelle untergebracht. Mit rund 4 Monaten kamt Ihr nach Deutschland, auf verschiedene Pflegestellen aufgeteilt. Und auch hier, wie schon auf der Pflegestelle auf Sardinien wurdet ihr liebevoll gepflegt und umsorgt.

Etwa einen Monat später haben wir Dich dann entdeckt und uns verliebt. Am 22.07. bist Du bei uns eingezogen und hast unser Leben auf den Kopf gestellt. Wir haben Dich geliebt, ab und zu Deinen Dickkopf verflucht, sind mit Dir durch den Garten und den Wald getobt.

Und dann ging alles ganz schnell. Sonntags zum ersten Mal zum Tierarzt, weil etwas nicht stimmte und schon in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hat Dein Herz seinen letzten Schlag getan. Wir waren bei Dir, haben Dich gehalten und konnten doch nichts tun. Du bist gerade mal 11 Monate alt geworden, warst nur 6 Monate bei uns. Bevor Du kamst haben wir gekämpft um den Zaun, um unseren Garten im Zeitplan fertig zu bekommen und am Ende haben wir wieder gekämpft, dieses Mal um Dein Leben.
Was sollen wir sagen? Sollen wir froh sein über die Monate voll Glück und Liebe die Du gewonnen hast? Das wäre wohl der richtige Blickwinkel. Aber das fällt extrem schwer, wenn sich immer wieder die vielen glücklichen Jahre in unsere Gedanken schleichen die wir mit Dir verbringen wollten.

 

So bleibt uns nur eines zu sagen:

Gute Reise Großer!


Suggi Loebnitz - eine Legende ist gegangen    -  *06. Juni 2008 +29. Januar 2021

Vor 12 ½ Jahren, lange vor der Gründung von saving-dogs, erwartete ich eine Hundemama mit ihren Welpen zur Pflege. Selbstverständlich aus dem Tierschutz und natürlich aus Sardinien. Kurz vor dem Transport nach Deutschland rief mich die sardische Kollegin an und fragte, ob sie eventuell einen weiteren Welpen in Not dazu setzen könne. Eine rhetorische Frage; wer würde einem hilflosen Hundebaby die Rettung verwehren?

 

Damals waren die Vorschriften nicht wie heute: Es reichte, wenn die Mutterhündin geimpft war und ein Mindestalter für die Reise der Welpen gab es noch nicht. Als die Hundefamilie eintrudelte, holte ich die Mama und einen Welpen nach dem anderen aus der Flugbox. Ganz hinten in einer Ecke sah ich dann den kleinen Waisen, eine winzige schwarze Fellkugel. Ich erschrak zuerst einmal: Was ich da in meiner Hand hielt, war nicht größer als ein Maulwurf! Der kleine Rüde hatte noch nicht einmal die Augen geöffnet, weshalb ich sein Alter auf etwa 14 Tage datieren konnte. Er war einfach nur süß, deshalb nannten wir ihn Sugar, später Suggi. Suggi öffnete seine Augen etwa 3 Tage später.

Ich legte ihn zur der Hundemama und ihrem Wurf, weil er natürlich Muttermilch brauchte - und das in häufigen Abständen. Leider hatte ich die Rechnung ohne die schon älteren Welpen gemacht, die Suggi als eine Art lebendes Spielzeug ansahen. Also legte ich ihn zig Mal am Tag an die Zitzen der Hundemama; den Rest der Zeit lebte er unter meinem Pulli. Nachts stellte ich mir den Wecker, um ja keine Mahlzeit zu verpassen. Es versteht sich, dass Suggi bei uns im Bett schlief. Er brauchte permanent Wärme und Nähe. Die Bindung, die wir zu ihm aufbauten, war entsprechend tief und innig. Wir brachten es nicht fertig, Suggi in die Vermittlung zu stellen – er blieb bei uns als Familienhund.

Suggi wurde ein großer, starker Labrador. Ungestüm, freundlich, menschenbezogen und verspielt. Als er erwachsen wurde, zeigte sich dann sein wahres, einmaliges Talent. Wir hatten ständig Welpen in Pflege, häufig ganze Würfe. Ohne dass es ihm jemand beigebracht hatte, fing Suggi an, die Welpen zu erziehen. Er ging dazwischen, wenn sie sich stritten, beobachtete jeden einzelnen sehr genau. Und wehe, da war ein Rowdy dabei, der seine Geschwisterchen schikanierte – unser 4beiniger Sozialarbeiter hatte ihn oder sie sofort auf dem Schirm und klärte das in einer für Welpen verständlichen Sprache. Er sprang über den Welpenzaun, um bei Unruhe mal flott das Wort zum Sonntag zu sprechen. Er demonstrierte auf unnachahmliche Weise den Unterschied zwischen „meins“ und „deins“. Gerade dies ist für das spätere Leben der Welpen enorm wichtig. Suggi meisterte dies alles selbstständig und arbeitete grundsätzlich fair und sauber, obwohl er nie eine Hundemutter hatte, die auch ihn unterrichtete!

 

Im Laufe der nächsten Jahre sollten wir buchstäblich hunderte von Welpen auf ihr Leben vorbereiten. Suggi war dabei unersetzlich und ebenso unermüdlich. Die von ihm (und uns) geprägten Welpen zogen in ihre Familien mit Sozialkompetenz und Basics, die so manchen Hundetrainer überflüssig machten.

Auch unser Sugar wuchs an seinen Aufgaben: Er begann in der Folge, bei Angsthunden einige wichtige Knoten zu lösen. Es gibt Dinge, die kann ein Hund einem anderen Hund besser vermitteln oder zeigen als ein Mensch. Suggi perfektionierte seine Sozialarbeit. Er war Lehrer, Schlichter, Freund, Kumpel und der Fels in der Brandung zugleich.

 

Seit der Gründung von saving-dogs gehörte er deshalb zum Team, war ein sehr wichtiger Mitarbeiter. Viele Hundehalter mit Angsthunden oder anderen Problemen ihres Familienmitglieds haben Suggi bei seiner Arbeit zugesehen und kamen aus dem Staunen nicht heraus. Er liebte seinen Job und hat so viel Gutes getan in seinem langen Leben. Damit ist er zu einer Legende in der Hundewelt geworden, denn sein Vermächtnis lebt in all den Hunden weiter.

 

Uns als seine Familie schmerzt sein Tod über alle Maßen, sowohl persönlich als auch im Hinblick auf sein Tun und Wirken für ganze Generationen von Hunden. Wir sind jedoch auch sehr dankbar, dass wir so viele innige und erlebnisreiche Jahre mit Suggi verbringen durften und sehen dies als Privileg an. Er wurde vor einiger Zeit unheilbar krank. Ein letzter Liebesdienst war, ihn von seinem Leiden zu erlösen. Suggi darf sich nun auf seinen Lorbeeren ausruhen und wird für immer in unseren Herzen weiterleben.

 

Karin und Günter


Kiba ist am 13. Januar 2021 entlaufen und am Tag darauf von einem Auto überfahren worden.

Wir sind unendlich traurig, sie hatte doch das ganze Leben noch vor sich.