Nonno 

Sehen Sie das Strahlen in seinen Augen ?

 

 

Es war einmal ein armer, alter Kettenhund …

 

….so fangen Märchen an. Das Leben von Nonno war bis vor wenigen Wochen jedoch nicht märchenhaft. Sein Leben als Kettenhund auf der Ferieninsel Sardinien war die Realität. In seiner Kindheit hatte er einen schwerwiegenden Fehler begangen : als Welpe bzw. Junghund wollte er in seinem Übermut mit den Schafen seines Besitzers spielen. Ihm war sicherlich langweilig, denn sein Besitzer kümmerte sich nicht weiter um den jungen Hund. Sein tollpatschiger Versuch mit den Schafen in Kontakt zu kommen, wurde als aggressives Verhalten angesehen und man legte den jungen Hund an eine Kette ! Keine Möglichkeit mehr sich frei zu bewegen. Ins Haus durfte er ohnehin nicht. Seine Welt war nur noch wenige Quadratmeter groß. Hätte er einen Zwinger bekommen, hätte er sich vermutlich noch etwas darin bewegen können…man kann es sich kaum vorstellen! 24h jeden Tag und zu jeder Jahreszeit musste er dieses Leben aushalten. Kein Mitgefühl und kein Erbarmen für Nonno ! Der Besitzer fand diese „Bestrafung“ offensichtlich richtig ! War es die Hoffnung auf ein besseres Leben, die Nonno am Leben hielt ? Was für einen starken Lebenswillen musste er all ‘die Jahre aufbringen !

 

Manchmal gibt es jedoch schicksalhafte Veränderungen oder vielleicht war es Fügung …?

 

Am 1.7.2025 wurde die Kettenhaltung von Hunden auf Sardinien offiziell verboten!

 

Man informierte uns über Nonno und die Bitte war ihm zu helfen. Er sollte bereits 17 Jahre alt sein und sein „Noch-Besitzer“ wollte sich des Hundes entledigen. Unsere Mission war klar. Nonno musste so schnell wie möglich gesichert werden. Wir würden ihn nach „Hope“ bringen und sollte er reisefähig sein, sollte er die Chance erhalten seine Menschen zu finden.

 

Nonno hat sofort verstanden, dass jetzt sein Leben beginnen würde. Auf Hope und unter der liebevollen Betreuung unserer sardischen Kollegin Claudia wurde er von Tag zu Tag „wacher“. Sein gutmütiger Charakter zeigte sich sofort im Umgang mit den anderen Hunden. Im Freilauf blühte er von Tag zu Tag mehr auf. Wir weinten Freudentränen, waren aber auch umso trauriger über seine Vergangenheit und die verlorenen Jahre. Dieser großartige Hund hat seine Hoffnung auf ein besseres Leben niemals aufgegeben !

 

Sein Vermittlungsaufruf wurde in den Tierschutzportalen weit verbreitet. Er sollte ausreisen und seine Menschen finden und auch - in seinem vermutlich hohen Alter - sollte er erfahren, wie es ist willkommen zu sein und geliebt zu werden.

 

Wie erhielten sehr viele Reaktionen zu seiner Lebensgeschichte und verschiedenste Hilfsangebote. Dafür sagen wir von Herzen „Danke“ an alle Tierschützer in den sozialen Netzen und an die Menschen, die nicht weggeschaut haben.

 

Anfang August war es dann endlich so weit. Nonnos „Köfferchen“ war gepackt und die große Reise begann. Seine Familie erwartete ihn bereits sehnsüchtig und es schien, als würde die Zeit gar nicht vergehen. Zuhause war alles für ihn vorbereitet. Die Körbchen standen bereit. Es gab mehrere Möglichkeiten. Nonno sollte entscheiden, wo er sich am wohlsten fühlen würde. Das Auto war ebenso ausgerüstet. Natürlich machten wir uns alle auch Gedanken über die Strapazen des Transportes. Wie würde er ankommen ? Wie sehr würde er gestresst sein ? Würde er ein paar Schritte an der Leine gehen ? Ihn bei seinem Gewicht zu tragen wäre sicherlich herausfordernd oder unmöglich.

 

Als der Transporter dann mit verkehrsbedingter Verspätung um 5.00 Uhr am Sonntagmorgen am Übergabeort ankam, hatten wir einen leicht erhöhten Puls und waren so sehr gespannt auf ihn.

 

Nicht so Nonno ! Im Sicherheitsgeschirr und an der Leine nahm er zielorientiert den nächsten Laternenpfosten auf dem Parkplatz ins Visier und erledigte ein „dringendes Bedürfnis“.

 

Fast ebenso selbstverständlich nahm er im Auto seiner Familie Platz…er hatte weitere 3,5 Stunden Fahrt vor sich. Kein Problem für ihn ! Mit Leckerchen und ganz viel Streicheleinheiten ließ es sich gut aushalten. Endlich am Ziel angekommen war er unglaublich neugierig und erkundete erstmals seine Umgebung. Nonno, der nie ein eigenes Körbchen hatte, nahm dieses jetzt sofort in Beschlag. Was für ein Vertrauensbeweis und natürlich flossen die Freudentränen bei seinen Menschen.

 

Nonno hat sich sein Leben zurückgeholt ! … als hätte er die ganzen verlorenen Jahre immer auf diesen Tag gewartet. Ein glücklicher Hund bei seinen - unsterblich in ihn verliebten -Menschen.

 

Nonno hat einen wunderbaren Charakter. Er will alles richtig machen für seine Menschen. Er lernt schnell und er ist motiviert. Er ist neugierig und erkundet so gerne seine Umgebung.

 

Das Leben ist ein Fest für ihn, der so viele Jahre unterfordert und ungeliebt, verbringen musste….und endlich darf er leben !!!

 

 

 

Wir wünschen ihm und seiner wunderbaren Familie von dieser Stelle unendlich viel gemeinsame Zeit, viele große und kleine Abenteuer, reichlich Kuschelstunden und Streicheleinheiten, ausschließlich freundliche Begegnungen mit Zwei- und Vierbeinern und wir wünschen uns immer wieder von euch zu hören !!!

 

Der Name „Nonno“ bleibt und unser Senior lebt jetzt - nach langen traurigen Jahren als Kettenhund - im Paradies in Wendeburg.

 

Ciao Nonno e buona vita !!!! 

 


nonno

Geburtsdatum: 01.01.2008
Geschlecht: Rüde
Rasse: Mischling
Schulterhöhe: ca. 60 cm, 30 kg
Endgröße: ausgewachsen
Gechipt / Geimpft: 
Kastriert / Sterilisiert:  
Mittelmeercheck (MMC): nach Einreise
Ergebnis MMC:   
Handicap / Behinderung: nein
Krankheiten: keine bekannt
Notfall

nein

Aufenthaltsort:

Sardinien, HOPE

  Meine Transportgebühr wurde gespendet durch Alexandra A.
Nonno sucht:   
eigene Familie:
Pflegestelle:  
Paten:   
Nonno verträgt sich mit:  
Rüden: Hündinnen:
Katzen: unbekannt Kindern: unbekannt
Voraussetzungen / Optionen:  
Welpen- bzw Hundeschule:  
ländliche Lage / Grundstück:   
Wohnung:   
Reihenhaus:   
Ersthund erwünscht:  denkbar
kann allein bleiben:  unbekannt

Sonstiges:

 


Siebzehn. Jetzt Nonno. (07/25) 

Er steht dort in devoter Haltung, die Rute unter den Bauch geklemmt. Sein Blick ist leer und so trostlos wie seine Umgebung. Mit hängendem Kopf – und das liegt nicht nur an der schweren Kette um seinen Hals – wartet er verzagt, was nun kommt. OB da etwas kommt. Der alte Rüde ist gebrochen von seinem Leben als Kettenhund. Er ist einsam, sein Dasein beschränkt sich auf den Radius, den seine Kette zulässt. Tag ein Tag aus, Jahr ein Jahr aus. Seine armselige Hütte – wenn man das so nennen möchte – bietet ihm keinerlei Schutz vor den Wetterbedingungen.

 

Sein Name ist „Siebzehn“. Und das ist auch sein Alter: 17!! Jahre hält er dieses Martyrium nun aus. Er hat aus Sicht seines Halters als Junghund einen Fehler gemacht, indem er ein paar Schafen nachjagte. Er hat sie weder getötet noch hatte er die Absicht; er war nur ein junger, verspielter und neugieriger Teenager. Dafür wird er seit 17 Jahren bestraft; man hat ihm sein komplettes Leben gestohlen!

 

[Erinnerung: Unser Nicky, der als junger Welpe ein paar Schafen nachlief und bellte, landete dafür ebenfalls an der Kette. Wir fanden ihn mit 3 Jahren, befreiten ihn und nach 2 Jahren auf HOPE fand er seine heutige Familie, ist ein glücklicher Hund.]

 

Diese Zeit bleibt „Siebzehn“ nicht. Sein Name wirft Fragen auf: Wie er wohl vor 3 Jahren gelautet hat?... Wir haben ihn Nonno getauft. Das bedeutet Opa oder Großvater. Nonno weiß es noch nicht, aber er hat zum ersten Mal Glück in seinem traurigen Leben:

Ab 01.07.2025 ist Kettenhaltung in Italien verboten!!! Das bedeutet, entweder ein Gehege bei seinem Besitzer oder den Tod. Wir konnten mit nichts davon umgehen und haben uns für ein Leben in Würde entschieden, ganz egal wieviel Zeit ihm noch bleibt: Nonno kommt in wenigen Tagen zu uns nach HOPE. Er mag alt und schwach sein, aber man sieht auf den Bildern mit menschlichem Kontakt, dass da noch ein winziges Fünkchen Hoffnung glimmt. Nonno zeigt sich vorsichtig, aber sehr, sehr lieb. Er hat noch NICHT ganz aufgegeben – wie könnten wir es dann?!

Wir wünschen uns für Nonno dringend einen Altersruhesitz mit Menschen, die ihn auf Händen tragen. Er kennt nichts, hat keine großen Ansprüche mehr. Viel Liebe, Verständnis, ein weiches Bett, gutes Futter und Geborgenheit sind unser Ziel für ihn. Ein lückenlos eingezäunter Garten ist Pflicht, damit der zauberhafte Opa sich wohlig im Gras räkeln oder friedlich in der Sonne dösen kann. Hauptsache FREI. Wir wissen nicht, ob Nonno noch fit genug für kleine Spaziergänge ist, denn er durfte sich ja nie ausreichend bewegen. Vielleicht ist ein Garten zum Schnüffeln und Herumwuseln völlig ausreichend. Das Wichtigste sind enger Familienanschluss und ein Verwöhnprogramm. Nonno soll diese Welt nicht verlassen, ohne gelebt zu haben! Wir können ihm sein gestohlenes Leben nicht wiedergeben, aber etwas wiedergutmachen. Wer kann Nonno dieses kostbare Geschenk machen und für eine Weile sein Herz und sein Haus öffnen? Ist gut fürs Karma!

Wir arbeiten daran, dass er Mitte August reisefertig ist, denn jeder Tag zählt in diesem Alter…BITTE MELDET EUCH!

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