ES BRENNT

 

PATENSCHAFTEN

 

NEWS

NEWSLETTER
ANMELDUNG

TICKET-ZENTRALE

PFLEGESTELLEN
GESUCHT



Ab sofort unter unserem Schutz



Corona-Dogs

Corona ist in aller Munde, begleitet uns in jeden Winkel unseres Alltags, ist allgegenwärtig. Nun hat Corona ganz offensichtlich eine neue Marktnische für sich entdeckt: Den Tierschutz! Dies lässt uns als Tierschützer besorgt aufhorchen. Es gibt plötzlich deutlich mehr Anfragen nach Hunden, besonders im Welpenbereich. Unsere Telefone stehen nicht mehr still. Auf Spaziergängen im Wald laufen nun wahre Horden von (jungen) Hunden herum. Wo kommen sie alle auf einmal her? Hatten ihre Familien vor Corona vielleicht keine Zeit, sie regelmäßig auszuführen? Nein - so simpel ist es leider nicht, denn eine neue Rasse wurde geschaffen: CORONA-DOG

 

mehr zu den Corona-Dogs ....


Für immer und ewig ….


das gibt es leider unter Hunden nur sehr, sehr selten. Normalerweise werden Welpen von ihren Müttern und Geschwister von ihren Geschwistern getrennt. Im Tierschutz landen oft ganze Hundefamilien auf einmal hinter Gittern. So auch bei Hans, Hemi und Heidi. Hans wurde aus „hormonellen Gründen“ von den Hündinnen getrennt, aber Hemi und Heidi sind seit Welpenzeit zusammengeblieben. Im Tierheimalltag ist es dieses geschwisterliche Band, das die Hunde an diesem Ort überleben lässt. Es war selbstverständlich für uns, sie also auch zusammen aus dem Canile zu holen und ihnen auf HOPE die ersten Schritte in ein besseres Leben zu ermöglichen.

 

Für eine der beiden attraktiven Hündinnen gibt es bereits ein Reiseangebot nach Deutschland…aber können wir die andere Schwester allein auf HOPE zurücklassen? Nein! - der Gedanke daran macht uns krank. Der Trennungsschmerz wird sich nur aushalten lassen, wenn beide durchstarten dürfen in ein neues Leben, wenn beide ihre Für-Immer-Familien haben.

Unsere sardische Kollegin Claudia, die beide Hündinnen auf HOPE betreut, bat uns inständig, dafür Sorge zu tragen, dass nicht eine zurückbleiben muss…bitte helfen Sie den Schwestern!

 

Beide sind noch ein wenig schüchtern und beide sind katzenverträglich!! Heidi und Hemi zeigen nicht den schräg abfallenden Rücken vieler überzüchteter Schäferhunde in Deutschland!

Wo sind die Schäferhund-Freunde für diese bezaubernden Ladies?



Dem Glück von der Schüppe gesprungen…

…sind sowohl Antonia als auch Gabor. Es ist eine sehr bittere Pille, liegt jedoch weder an uns noch am Canile. Diesmal sind es zum einen die Krankheiten selbst, die den beiden ihr Glück verwehren; zum anderen spielt ein zeitmäßig unglücklicher Informationsfluss eine Rolle:

 

Antonia ist an Leishmaniose erkrankt, aber die Seniorin hatte das Glück, trotzdem ein Plätzchen in Deutschland zu finden und sollte im März ausreisen. Heute erhielten wir die Nachricht, dass durch die Leishmaniose ihre Nieren bereits schwer in Mitleidenschaft gezogen sind. Antonia befindet sich in einem akuten Nierenversagen und es ist völlig unklar, ob die kleine Maus dies überlebt. An eine Ausreise ist deshalb nicht zu denken. Wir sind in Gedanken bei Antonia, die seit ihrer Welpenzeit dort eingesperrt ist und verbittert darüber, dass sie es nun nicht in die Freiheit schafft.

 

Auch Gabor, der blutjunge Epileptiker, hat bereits Menschen gefunden, die sich mit Haut und Haar auf ihn eingelassen haben und sich auf ihn freuen – besonders die Kinder! Die Familie hat bereits eine Epileptikerin als Ersthündin und kennt sich mit der Krankheit aus.

Heute hat die Leiterin des Canile uns mitgeteilt, dass Gabor nicht reisefähig ist: Er ist so stressanfällig, dass bereits das Gebell im Hundebereich zu Cluster-Anfällen führt, aus denen er kaum herauskommt. Deshalb wurde Gabor bereits im Büro untergebracht, wo es deutlich ruhiger ist. Aktuell versucht man, ihn auf neue Medikamente einzustellen, weil seine Anfälle einfach zu heftig und häufig sind.

Eine Reise im Transporter mit vielen anderen Hunden, die natürlich auch bellen und wo es auch mal unruhig ist, würde er nach Ansicht der Canile-Leitung nicht überleben. Wir hatten die traurige Aufgabe, dies Gabors künftiger Familie mitzuteilen. Die Kinder sind untröstlich und weinen viel. Es tut uns sehr leid, weil man gerade Kindern so etwas natürlich nicht zumuten möchte.

Aber es ist auch leider so, dass man Gabor auf keinen Fall wissentlich in den Tod schicken kann. Auch unserem Transporteur wäre nicht zuzumuten, einen Hund zu transportieren, der Cluster-Anfälle erleiden könnte, die man unterwegs nicht behandeln kann. Und letztendlich möchten wir auch nicht Gabors Familie bei Ankunft statt des neuen Familienmitglieds einen toten Hund übergeben müssen.

 

Wir sind alle sehr traurig, denn für Antonia und Gabor ist es vermutlich ihre einzige, große Chance gewesen. Unglücklicherweise haben uns die Informationen über den Ernst der Lage viel zu spät erreicht. Das können wir jedoch nicht ändern, der Hintergrund ist folgender:

Die Mitarbeiter im Canile versorgen uns auf Wunsch mit Fotos und Videos. Gelegentlich tragen sie auch Hunde an uns heran, die ihnen besonders am Herzen liegen. Aber sie kennen weder das Stadium einer Erkrankung noch entscheiden sie, ob ein Hund reisefähig ist. Dass die Canile-Leitung bei Gabor ein Veto eingelegt hat, hat einen beschützenden Charakter, auch wenn wir alle kaum damit leben können.

Schweren Herzens haben wir Antonia und Gabor aus unserer Vermittlung nehmen müssen.


Zusammen im Hundeglück! Carols und Wallys aufregende Reise ins neue Zuhause

Die schönste Nachricht des Jahres, egal was in 2021 noch kommen mag, war für uns: Carol und Wally dürfen ausreisen!

Nach langem, für uns Tierschützer manchmal frustrierendem Kampf um die beiden Hunde, gab es endlich grünes Licht für ihre Ausreise! Die beiden waren, wie unzählige ihrer Leidensgenossen, Opfer eines Rechtsstreits und befanden sich auf einer Odyssee von einem Canile in die nächste Hundehölle: Nach Schließung des Canile Europa auf Sardinien wurden die vierbeinigen Bewohner in verschiedene andere Canili umgesetzt. Obwohl einige der Hunde für saving-dogs sozusagen “reserviert“ waren, verschwanden die Hunde im Nirgendwo. Wir waren fassungslos! Bei Carol und Wally war es sogar noch tragischer: Wir kamen, um die beiden Süßen (neben einigen anderen Hunden) abzuholen. Aus uns nicht bekannten Gründen fehlte jedoch eine Unterschrift auf den Papieren. Deshalb wurden Carol und Wally nicht übergeben, sondern vor unseren Augen mit unbekanntem Ziel abtransportiert. Ein schierer Albtraum…

 

Aber aufgeben gibt es für uns nicht. Unser Vermittlungsvorstand setzte alle Hebel in Bewegung, um „unsere“ Hunde zu finden! Nachdem wir wussten, in welchem Canile Carol und Wally gelandet waren, begann ein endloser Kampf mit der sardischen Bürokratie. Es galt, neue Verwaltungswege zu eruieren, an andere Türen zu klopfen, neue Kontakte zu knüpfen. Man braucht dafür sehr viel Geduld und Fingerspitzengefühl, denn mit Druck erreicht man lediglich das Gegenteil. Es kam uns oft vor wie ein Kampf gegen Windmühlen, nichts tat sich. Aber wir sind lange genug dabei um zu wissen, dass sich Beharrlichkeit auszahlt. Durch unsere Kollegen vor Ort waren wir stetig präsent und wiederholten unsere Anfragen wieder und wieder. Der erste Teilerfolg nach mehr als einem halben Jahr: Hündin Ella durfte als Erste im Dezember nach Deutschland kommen! Für die anderen vier Hunde gab es leider kein OK. Aufgrund der Pandemie waren die meisten Behörden schon längere Zeit geschlossen, was uns zusätzlich Bauchschmerzen bereitete – es tat sich nämlich absolut nichts mehr. Wir konnten auch den vielen Menschen, die mit uns um Carol, Wally und die anderen beiden Hunde (Lentina und Abbanon) bangten, immer nur sagen: Es gibt leider noch keine Neuigkeiten.

An dieser Stelle noch einmal ein riesengroßes Dankeschön an alle, die ständig um das Schicksal von Carol, Wally, Lentina und Abbanon mitgefiebert und den Hunden ihre Hilfe angeboten haben.

 

Im Januar dann die große Überraschung - es bewegte sich etwas bei den sardischen Behörden: Alle VIER durften reisen! Das schönste Geschenk nach diesem endlosen Hin und Her: Wir konnten Wally und Carol, dieses Pärchen, das aller Wahrscheinlichkeit nach schon lange seine Zeit gemeinsam im Canile verbracht hatte, zusammen an eine sehr liebenswerte Tierschützerin vermitteln!

Die Dame hat bereits Hunde von saving-dogs adoptiert und einer davon, eine betagte Beagledame namens Julchen, war vor einiger Zeit verstorben. Nun sollte es wieder eine Beagledame sein – Carol. Aber unsere Hundefreundin brachte es nicht fertig, die beiden zu trennen. Also durfte Wally ebenfalls mitkommen! Wir waren überglücklich, denn das war der berühmte Sechser im Lotto für die beiden.

 

Anfang Februar war es dann soweit: Unser Dreamteam saß im Shuttlebus und landete direkt in dem Wetterchaos, das an jenem Wochenende in ganz Deutschland wütete. Schneestürme und zweistellige Minustemperaturen, wie wir es lange nicht erlebt hatten. An eine Weiterreise ins Zuhause war erst einmal nicht zu denken. Also verbrachten Carol und Wally ein paar Tage bei mir, ihrer Vermittlerin, in Herne.

Beide Hunde waren derart unkompliziert, dass wir tief berührt waren. So lange Zeit im Canile und doch so offen für alles: Es wurde gekuschelt, keinerlei Berührungsängste, die Geschäfte erledigten die Mäuse draußen. Die Treppe war mit ein wenig Hilfe kein Problem und sogar die Körbchen wurden angenommen. Das ist bei Hunden, die aus einem Canile kommen, beileibe keine Selbstverständlichkeit. Carol und Wally waren einfach zauberhafte Gäste!

 

Nach ein paar Tagen hatte sich die Wetterlage etwas beruhigt und wir konnten die beiden Mäuse zu ihrem schon sehr aufgeregten Frauchen bringen. Der Schnee lag immer noch sehr hoch, aber Carol und Wally waren es inzwischen gewohnt, darin zu laufen. Das erste Zusammentreffen mit ihrem Frauchen und ihren drei neuen Hundekumpels Manolito, Willie und Mara fand draußen statt und verlief erwartungsgemäß friedlich. Die kleine Mara, ebenfalls ein Canile-Hund und seit einem halben Jahr bei ihrem Frauchen, machte mit ihren dreizehn Jahren sofort ihren „Chefstatus“ klar. Sehr zur Heiterkeit ihres Frauchens - liegt sie doch sonst gerne im Körbchen und kommt nur zur Essenszeit vor.

 

Rüde Manolito, ebenfalls ein Sarde, war nicht ganz so begeistert und Willie war soviel Besuch anscheinend willkommen. Frauchen Hanna strukturierte nun ihren Tagesablauf um, damit sie den „Neuen“ genug Aufmerksamkeit widmen konnte. Wally bedrängte Manolito zunächst etwas, aber er ließ sich mit Geduld und Konsequenz sehr gut lenken. Die ersten Tage waren für die Sechs natürlich etwas aufregend. Aber da Carol und Wally wirklich unheimlich brav und leicht zu führen sind, klappt es nun, nach so kurzer Zeit, schon super.

 

Carol, die jetzt Fanny heißt, läuft an der Schleppleine bereits frei auf dem Grundstück und lässt sich gut abrufen. Es ist eine Freude zu sehen, wie die Maus glücklich losrennt, um zu ihrer Mama zu kommen.

Auch Wally hat für sein neues Leben einen neuen Namen bekommen: Er ist jetzt Kalle. Aufgrund seiner Augenprobleme, die nun endlich in Behandlung sind, muss Kalle noch an der Leine bleiben. Aber auch das wird sich sicher bald ändern.

Frauchen Hanna und ihre nun etwas größere Meute genießen jeden Tag miteinander. Wir freuen uns mit ihnen und wünschen allen eine glückliche Zeit! Lasst bitte von Euch hören, wir mögen Fotos und kleine Berichte sehr.

 

Ciao Carol und Wally / Fanny und Kalle, ihr habt jetzt den Himmel auf Erden. Und das ist das Mindeste, was ihr verdient!