Buondi

Liebe Karin, als du uns im März kontaktiert und nachgefragt hast, ob wir uns vorstellen könnten, uns als Pflegestelle für Buondi zu Verfügung zu stellen, mussten wir eigentlich nicht lange überlegen.

Wir hatten ein Körbchen frei und es war ja „ nur“ ein Familienmitglied auf Zeit. Wie lange dies auch immer andauern würde.

Am 05.04.26 war es dann soweit. Buondi wurde von seinen Pflegeeltern zu uns gebracht.

 

Wir waren schon sehr berührt davon, wie zerbrechlich und ängstlich der kleine Mann wirkte. Oh je, und wir waren ohne jegliche Erfahrung, was den Umgang mit einem Angsthund betrifft.  Dann kam hinzu, dass wir Anfang Mai in den Urlaub fahren würden; mit der kompletten Familie, also auch mit Buondi.

 

Buondi hat es von Anfang an ganz offenbar gut bei uns gefallen und er hat alles dafür getan, sich seinen Platz in unseren Herzen zu sichern.

Bereits am zweiten Tag bei uns kannte er jedes Zimmer im Haus; die diversen Hundekissen wurden nach und nach ausprobiert. Nie allerdings hat er unseren beiden alten Hunden ihre „Stammplätze“ streitig gemacht.

Richtig toll fand Buondi vom ersten Moment an unseren Garten. Da hat er von Anfang an (und er tut es bis heute) gezeigt, wie viel Lebensfreude und Energie in ihm steckt und nun endlich ausgelebt werden darf.

Ich lebe seit mittlerweile fast 40 Jahren mit Hunden zusammen, allerdings konnte keiner meiner Hunde einen Salto 😉

Natürlich war das Zusammenleben mit Buondi am Anfang schon auch mit Schwierigkeiten verbunden. Er hatte zB große Angst vor Menschen, denen wir beim Spazierengehen begegnet sind. Da Buondi aber keinesfalls nur aus Angst bestand, sondern auch ein ziemlich pfiffiges Kerlchen ist, hat er - nach und nach- verstanden, dass Begegnungen mit fremden Menschen nicht bedrohlich sind. Heute, nach acht Wochen, geht er an fremden Menschen in der Regel einfach vorbei. Ihm mittlerweile bekannte „ Hundemenschen“ werden sogar begrüßt. Auch Besuch bei uns zuhause ist mittlerweile kein Problem

mehr.

Bernd, das „Oberhaupt“ unserer Familie, fand Buondi am Anfang auch nicht wirklich gut. Bernd wurde verbellt und angeknurrt. Mittlerweile haben die beiden ihre ganz eigene Beziehung zueinander; da „läuft“ irgendwas zwischen den beiden 😉

Ja, manchmal vergisst Buondi noch, dass Bernd derjenige ist, von dem er Streicheleinheiten ohne Ende einfordert und auch bekommt und bellt ihn an. Das allerdings ist wirklich selten geworden und wir wissen, dass auch diese Unsicherheit von Seiten Buondis bald Geschichte sein wird.

Der gemeinsame Urlaub mit Buondi an der Ostsee war , allen Zweifeln zum Trotz, toll!

Buondi war ein ganz wunderbarer Urlaubsbegleiter, der gerne Auto fährt und sich vor Ort als sehr unkompliziert gezeigt hat.

 

Ich könnte bereits jetzt ein Buch über den witzigen und pfiffigen kleinen Kerl schreiben …

er bringt uns so oft zum Lachen und macht unser Leben schöner und lebendiger; mit allem, was dazu gehört.

Es ist berührend mitzuerleben, wie Buondi sich, nach und nach, gut im Leben zurechtfindet und glücklich dabei ist.

Er ist ein wahrer Schatz und Schätze werden auf keinen Fall wieder abgegeben.

Jeder Hund, mit dem wir leben, lehrt uns etwas.

Buondi hat mich gelehrt: Niemand muss sich davor fürchten, sich für einen AngstHund zu entscheiden.

Maud & Bernd

 

Buondi, da hast du mit deiner Familie einen echten Volltreffer gelandet.

Wir freuen uns alle riesig.

 

🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀

Nachfolgend lesen Sie Buondis Vermittlungstext:

Buondi – Fels in der Brandung gesucht (11/24)

Wir bekommen Fotos geschickt von einem Rüden im Canile, verbunden mit der Frage: Könnt ihr helfen? Dazu eine Kurzinfo:

  • Name: Buondi
  • Geschlecht: männlich
  • Chip Nr. 380….
  • Farbe: schwarzbraun
  • Gewicht: ca. 18kg, Größe ca. 50 cm
  • sehr ängstlich

Tatsächlich erreichen uns täglich viele solcher Bitten, unzählige Fotos und Videos. Dazu gibt es manchmal ausführliche, zuweilen auch nur wenige Informationen. Jeder einzelne Hund, der an uns herangetragen wird, berührt uns und hat Hilfe verdient. Traurige Tatsache ist jedoch, dass wir nicht jedem Hund helfen können. Das kann niemand, denn es sind einfach zu viele. Wir müssen also Entscheidungen treffen. Und das ist sehr, sehr schwer!

 

Manch einer fragt sich vermutlich, warum wir uns für einen Hund wie Buondi entschieden haben. Es gibt doch unzählige Leidensgenossen, die den Menschen bereits zugewandt sind, sich noch nicht aufgegeben haben bzw. nicht traumatisiert sind und damit deutlich bessere Vermittlungschancen haben.

Die Antwort darauf ist einfach: Weil auch ängstliche Hunde eine Chance verdient haben. Genau wie alte, kranke, behinderte, verletzte oder ganz junge Hunde. Wir möchten es uns nicht leicht machen, indem wir nur Welpen ohne schlechte Erfahrungen oder „easy-peasy“ Hunde in die Vermittlung aufnehmen. Stattdessen versuchen wir, unsere Schützlinge so facettenreich zu präsentieren, wie sie eben sind.

 

Wir sehen Buondi in die Augen. Und obwohl wir nicht viel über ihn wissen, erzählt er uns mit seinem Blick und seiner Körpersprache etwas über sich. Unser Bauchgefühl sagt JA. Er braucht Empathie, Geduld und jemanden, der zunächst rein gar nichts von ihm erwartet. Jemanden, der ihn sanft fördert, ohne ihn zu überfordern. Jemanden, der bereit ist, Buondis ereignislosen Mikro-Kosmos in eine große bunte Welt zu verwandeln und ihn auf diesem Weg absolut verlässlich zu begleiten. Dabei geht es unter Umständen auch mal nur 1 Schritt vorwärts und dann 2 Schritte rückwärts. Das KANN, muss aber nicht passieren. Wichtig ist, dass man Buondi nicht im Stich lässt, wenn es mal unbequem werden sollte.

Es ist aber auch durchaus denkbar, dass sich der hübsche Junge besser oder schneller einlebt als gedacht. Von Vorteil ist für ihn eine freundliche, souveräne Ersthündin in passendem Alter. Hunde schauen gerne bei erfahrenen Artgenossen ab. Und an mancher Stelle können diese einem „Anfänger“ die Welt besser erklären als wir.

Wenn Sie also jemand sind, der Buondi nicht nur anschaut, sondern mehr sieht und ihm ohne Wenn und Aber eine Chance geben möchte, freue ich mich auf Ihren Anruf.

Update März 2026:

Unser Angsthund Buondi reiste im September 2025 auf seine Pflegestelle, die sich ganz bewusst für ihn entschieden hatte, da sie die nötige Erfahrung und Kompetenz besitzt. Buondi hat sich dort bereits sehr gut entwickelt, in ganz kleinen Schritten – was typisch ist für Hunde mit einem Trauma. Es braucht VIEL Empathie, Zeit und Geduld, bis die Knoten platzen. Und man muss darauf gefasst sein, dass es manchmal auch einen Schritt rückwärts gehen kann in der Entwicklung. Sanft fördern, ohne zu überfordern ist die Devise. Buondi liebt es inzwischen, gestreichelt zu werden – vor allem von dem Ehemann der Pflegestelle. Er orientiert sich an den anderen Hunden in der Familie, spielt immer häufiger mit ihnen. Er hört auf seinen Namen und kommt, wenn man ihn ruft.

Nun erhielten wir die traurige Nachricht, dass seine Pflegestelle sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr um Buondi kümmern kann. Wenn ein Hund seine vertraute Pflegefamilie verlassen muss, ist das für ihn zunächst ein Verlust – übrigens auch bei jeder Adoption. Die meisten unserer Schützlinge verkraften diesen Wechsel gut, werden von ihren neuen Menschen entsprechend aufgefangen und orientieren sich leicht um.

Wenn jedoch ein Angsthund (gerade nach so einer hart erarbeiteten, positiven Entwicklung), diesen Verlust erleidet, ist das wirklich schlimm. Es kann sein, dass Buondi wieder einige Schritte zurückfällt. Er wird das vermutlich nicht so schnell wegstecken wie ein selbstbewusster Hund. Aber er hat leider keine Wahl! Wer kann Buondi helfen und ihn auffangen?!

 

Wir suchen händeringend Menschen, die Erfahrung mit Angsthunden haben und sich auf Buondi einlassen können und wollen. Am liebsten eine Für-Immer-Familie, damit er nur noch dieses eine Mal ins kalte Wasser springen muss. Selbstverständlich sind wir auch dankbar für ein entsprechendes Pflegestellen-Angebot. Buondi braucht einen Fels in der Brandung. Hundefreunde, die ohne Wenn und Aber für ihn da sind. 

Update 24.04.26 – Neues von Buondi

Als Buondi seine erste Pflegestelle aus gesundheitlichen Gründen verlassen musste, waren wir so dankbar, dass seine jetzigen Pflegeeltern sofort eingesprungen sind. Maud und Bernd sind unfassbar bemüht, nichts ist ihnen zu viel. Sie stehen in stetigem Kontakt zu Karin. Es zeigt sich, dass die Entscheidung goldrichtig war, denn der kleine Angsthase blüht täglich spürbar auf!

 

Buondi macht sich richtig gut bei seiner neuen Pflegefamilie und hat sich erstaunlich schnell in die Hundegruppe integriert. Streicheleinheiten fordert er inzwischen zaghaft mit der Pfote ein und erkundet den Garten. Dort gibt es einen wirklich großen Sandkasten, in dem er leidenschaftlich gerne alles von einer Seite auf die andere schaufelt, sich eine Kuhle buddelt und sich wohlig darin ausruht – möglichst inmitten seiner Hundekollegen. Er läuft problemlos ins Haus zurück, meist im Kielwasser der anderen.

Außerdem lernt er bereits etwas von der großen Welt kennen und unternimmt 2 x täglich kleine Spaziergänge. Radfahrer interessieren ihn nicht. Mülltonnen oder Anhänger, die am Vortag noch nicht auf seiner Route standen, schaut er einmal kurz an und dann ist es ok.

 

Mit fremden Menschen ist Buondi noch sehr zögerlich, aber auch hier werden durch kontinuierliches Üben täglich kleine Fortschritte erzielt. Seine Pflegeeltern bleiben bei Begegnungen mit Passanten stehen und halten etwas Abstand, dazu gerne mal ein Small Talk. Sie lassen die Situation mit viel Ruhe einwirken. Danach loben sie ihn überschwänglich, wenn er es gut gemacht hat. Fremde Leute gehören also eindeutig noch nicht zu Buondis Favoriten, aber er liebt seine kleinen Ausflüge trotzdem. Und er kennt die Zeiten ganz genau – dann springt er freudig wie ein kleiner Rehbock herum und kann kaum erwarten, dass es losgeht.

Der süße Junge entwickelt sich täglich. Aber er hat auch noch ein gutes Stück Weg vor sich, bis er vermittlungsfähig ist. Seine Pflegestelle arbeitet täglich weiter an Routinen, Vertrauens- und Bindungsaufbau sowie seiner Baustelle „Fremde Leute“. Weiter so, du schaffst das Buondi!

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