Nun kommt ein ganz besonderes Happy End! Ihr erinnert Euch bestimmt an die kleine Cindy, für die wir folgenden SOS-Aufruf starteten:
„Cindy ist ein zauberhaftes kleines Mädchen: 4 Jahre alt, etwa 3 kg leicht. Sie hat große Kulleraugen und Ohren, die an einen Wüstenfuchs erinnern. Cindy tippelt vorsichtig in einem kleinen Auslauf des Canile umher, bleibt unentschlossen stehen, macht wieder einige Schrittchen. Was stimmt denn nicht mit der Mini-Maus?
Nun, GAR NICHTS stimmt hier! Cindys genaue Adresse im Canile ist: Gekachelter Raum, kleiner Drahtkäfig in der Ecke, mit Zeitungspapier. Dort wohnt sie nämlich fast ihr ganzes Leben, das ist ihr Zuhause. Das Canile ist NICHT schuld daran, denn es dient ihrer eigenen Sicherheit. Deshalb hat man uns gefragt, ob wir etwas tun können. JA!! Wir sind mehr als erschüttert - dies ist Cindys Geschichte:
Als ganz junger Welpe, etwa 2 Monate alt, wurde sie von einem Auto angefahren, erlitt schwere Kopfverletzungen und verlor in der Folge ihr Augenlicht und ihr Gehör! Etwas später zeigte Cindy neurologische Auffälligkeiten; sie hält das Köpfchen etwas schief und hatte in der Vergangenheit epileptische Anfälle. Dagegen bekommt sie einmal täglich ein Medikament, was laut der Volontärin dort gut funktioniert. Cindy kann nicht in ein Gehege mit anderen Hunden gesetzt werden, da sie ein willkommenes Mobbingopfer wäre und so winzig und zart ist. Also setzte man das Mäuschen in den kleinen Aufstell-Käfig. Dort passt gerade mal ein Mini-Kissen und eine Wasserschüssel hinein.
Cindy sitzt mutterseelenallein täglich mehr als 23 Stunden in diesem Käfig. Seit 3 Jahren! Ihre Welt ist völlig dunkel, ohne Reize. Einmal täglich darf sie kurz in einen kleinen Auslauf, der jedoch als Durchgang dient und sehr unruhig ist. Dort tapst sie hilflos umher oder legt sich in eine sonnige Ecke. So kann sie das Licht zumindest fühlen… Auch andere Hunde, die sie gar nicht kennt, nutzen dieses Areal als Freilauf. Sie könnten sie einfach über den Haufen rennen oder nicht freundlich sein – Cindy ist dort nicht sicher!“
Nur ganz kurze Zeit später bekamen wir den Anruf von Cindys jetziger Mama. Sie ließ nicht eine Sekunde einen Zweifel daran, dass die kleine Hündin zu ihrer Familie gehören solle, kennt sich sehr gut mit Blindheit aus, hat die richtigen Ideen. Nach Erledigung der üblichen Formalitäten reiste Cindy – ab jetzt Mia – im August aus der Dunkelheit ihres Käfigs ins Licht und ins wahre Leben!
Und dieses Leben ist traumhaft: Die kleine Maus hat nicht nur Frauchen Antonella, die sich selbst als Mias andere sehende Hälfte bezeichnet, sondern auch gleich fünf Hundefreunde hinzu bekommen! Ihre Menschen tun alles, wirklich alles, für sie. Mia hat jede Menge kuschelige, sichere Schlafplätze, bekommt unendlich viel Körperkontakt, Geborgenheit und sanfte Berührungen zur Orientierung. Sie kennt sich inzwischen schon richtig gut im heimischen Garten aus, setzt ihre Nase ein und endeckt so eine spannende, große Welt.
Wenn die Sonne scheint, liebt sie es, sich einfach hinzulegen und eine Lichtdusche zu nehmen. Selbstverständlich wird sie auch getragen, wenn es erforderlich ist. Nicht nur auf dem Arm, sondern auch in einer mega coolen Bauchtasche.
Hindernisse umschifft sie geschickt, wenn sie diese kennt und stoppt ein paar cm vorher. Wenn sie einmal an einer neuen Stelle aneckt, passiert ihr das kein zweites Mal. Antonella sagt, dass Mia wohl etwas Schatten und Licht erkennen kann und dies, zusammen mit ihrem Geruchssinn, richtig clever nutzt, um zu navigieren.
Auch an den stereotypen Verhaltensweisen als Folge der Käfighaltung (wiederholtes Drehen um die eigene Achse, sich selbst beknabbern, kratzen etc.) arbeitet ihre Mama jeden Tag. Außerdem besucht sie mit ihr einen Physiotherapeuten und kann diverse Übungen als Hausaufgabe umsetzen.
Antonella ist fasziniert, wie gut Mia auf die Kommunikation mit ihr anspricht und ihr vertraut.
Wimmelbild, wo ist Mia? 😊
Zum Schluss ein Zitat, das vermutlich nicht nur uns die Freudentränen in die Augen treibt:
„Ich weine vor Freude und Dankbarkeit… Zu wissen, dass wenn Mia schläft, sie nicht schläft um einfach die Zeit totzuschlagen, sondern weil sie von den vielen Eindrücken und selbst ausgesuchten Schritten müde ist…“
Dem schließen wir uns mit großer Freude an! Machs gut du Süße, genieße dein Leben! Und ein riesengroßes Dankeschön an ihre wunderbare Familie, die mit dem Herzen sieht!
Und jetzt… noch mehr Mia 😊