Unsere wunderbare Judy und ein Fernsehauftritt mit Folgen

Gerade mal 19 Monate alt, hat Judy schon einiges hinter sich. Ihre lange und sehr besondere Reise zu einer fröhlichen Junghündin beschreiben wir ausführlich am Ende dieses Happy Ends.

Anfang Dezember kam Judy als Pflegehund zu uns ins Münsterland und mischte unsere 2 alten Hundedamen und unseren kleinen Terrier mächtig auf. Auch bei uns war es mit der Ruhe vorbei 😊. Die Freude, sie ohne irgendeine Beeinträchtigung herumtoben zu sehen, überwog jedoch alles. Judy hatte so viel nachzuholen und ihre Lebensfreude, ihre Unbekümmertheit und ihre Energie zauberte uns ein Lächeln ins Gesicht. Der Gedanke, dass man ihr beinahe das Bein abgenommen hätte, machte uns im Nachgang sehr betroffen. Judy passte sich schnell unserem Tagesablauf an. Sie schlief ruhig durch, liebte es mit dem Auto rauszufahren, begrüßte jeden Hund unterwegs mit der Aufforderung zum Spielen und Toben (und war daher auch manches Mal kaum zu halten). Der Garten wurde jeden Morgen neu von ihr entdeckt und mit den ersten warmen Sonnenstrahlen wurde die Terrasse zum Lieblingsplatz. Sie erzog auch uns, denn zwei Fernbedienungen fielen ihr zum Opfer …. also lernten wir, Ordnung zu halten. In Zusammenarbeit mit einer Hundetrainerin übten wir mit ihr die Leinenführigkeit und Judy lernte schnell. Der Begriff „Rohdiamant“ beschreibt ihr Wesen treffend.

Im März bekam sie dann ihren Fernsehauftritt in der WDR -Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“. Auch hier war sie bei der Aufzeichnung in Köln freundlich und konzentriert. Es machte ihr Spaß, diesen wichtigen Auftritt abzuarbeiten. Sie wollte alles richtig machen.

Und wie man sich vielleicht schon denken kann - dieser Fernsehauftritt veränderte ihr Leben! Eine Familie aus dem Münsterland hatte die Sendung bereits vor der offiziellen Ausstrahlung gesehen und schrieb uns eine sehr überzeugende E-Mail. Es hörte sich sooo gut an. Wir verabredeten uns für einen Kennlernbesuch im (vielleicht) neuen Zuhause. Es passte einfach alles, was wir uns für Judy wünschten: Ein riesiger, gut eingezäunter Garten und eine ebenso temperamentvolle Ersthündin im gleichen Alter. Menschen, denen klar war, dass hier auch noch Erziehungsarbeit zu leisten ist und es vielleicht auch noch den einen oder anderen „Flurschaden“ geben könnte. Das Wichtigste war jedoch, dass auch die beiden Hunde-Damen miteinander klarkommen würden - und danach sah es aus. Das alles muss gut überlegt sein und es ist richtig, dass man solche Entscheidungen nicht aus dem Bauch heraus trifft. Nach dem Kennlernbesuch am Wochenende erwarteten wir voller Spannung den verabredeten Anruf am Montag…

JA! – Die Familie hatte sich für Judy entschieden!

Seit dem 12.April mischt Judy nun ihre Familie auf. Wir ließen sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehen… manchmal ist Loslassen doch viel schwerer als festzuhalten!

Tolle Bilder und Videos haben wir von ihrer wunderbaren Familie sofort erhalten. Mit ihrer neuen Freundin Ella tobt Judy durch den Garten. Und wenn es den beiden zu warm wird, machen sie einen Abstecher in den Natur-Teich. Glückliche Hunde eben …. und glückliche Menschen, die begeistert sind von der Lebensfreude ihrer Vierbeiner. In den Osterferien fand bereits der erste gemeinsame Urlaub an der Nordsee statt. Was für ein Abenteuer für Judy 😉

Das gesamte Team von saving-dogs freut sich unglaublich, dass diese bezaubernde Hündin nach ihrem schlechten Start ins Leben ihre Für-Immer-Familie gefunden hat! Judy ist ein „gute Laune-Hund“. Wir haben sie immer fröhlich, lerneifrig und motiviert erlebt. Sie ist einzigartig. Wir sind gespannt auf ihre weitere Entwicklung und freuen uns, weiter von ihr zu hören. Und noch viel mehr freuen wir uns auf ein Wiedersehen mit Judy, denn glücklicherweise ist sie nicht so weit weg von uns: Judy wohnt nun in Nordkirchen im schönen Münsterland.

 

DIES IST JUDYS BEWEGENDE GESCHICHTE:

Judy – 8 Monate alt, 3 Ex-Besitzer, keinen kümmerte ihr Bein

Eine furchtbare Bilanz, die uns erschüttert... Die kleine Judy wurde (laut Vorbesitzer) mit ca. 3 Monaten von jemandem als Notfall übernommen, dann weiterverschenkt und innerhalb dieser Familie erneut weitergereicht. Wir können nur annehmen, dass der Grund ihr Bein war. Und all diese Leute haben monatelang dasselbe getan – nämlich NICHTS.

Die letzten Halter sind an Claudia herangetreten, weil die vorhandene Hündin Judy nicht akzeptiert habe und man deshalb die Hunde getrennt halten müsse. Wir geben hier nur das wieder, was uns berichtet wurde – man kann dazu aber durchaus eigene Gedanken haben:

Claudia traf sich mit den Haltern, übernahm Judy und brachte sie zu unserem Tierarzt für einen Check und um einen Mikrochip setzen zu lassen. Dieser überprüfte ordnungsgemäß zunächst, ob es bereits einen Chip gibt und wurde fündig! Claudia sprach den jüngsten Halter darauf an, war berechtigterweise erbost, weil die Geschichte offenbar eine ganz andere ist. Ja, man habe den Chip mit 3 Monaten setzen lassen und Judy sei auch vor 3 Monaten geimpft worden. Es sieht also ganz danach aus, als wolle man das arme kleine Mädchen loswerden, weil die Korrektur ihres Beines nicht unerhebliche Kosten verursacht, die man nicht tragen möchte. Lieber lässt man einen Welpen monatelang mühsam herumhumpeln und fragt sich auch nicht, wie schmerzhaft das ist…

Nun ist Judy auf HOPE und ein ganz zauberhaftes, liebes Mädchen. Sie spielt und ist vertrauensvoll und fröhlich. Wir warten im Moment auf die Röntgenbilder, die uns die Ex-Besitzer nachreichen wollen. Zumindest dies haben sie kürzlich für Judy getan, bevor sie Claudia kontaktierten

Update 22.05.24

Die Röntgenaufnahmen sind eingetroffen; wir haben sie sofort Spezialisten unseres Vertrauens vorgelegt: Es handelt sich nicht um eine Fraktur, die verschoben zusammengewachsen ist, wie man auf Sardinien zunächst annahm. Bei Judy liegt eine Störung des Wachstumsfugen-Schlusses vor. Die Ursache lässt sich nicht zweifelsfrei feststellen. Möglich ist jedoch ein Trauma der Fuge, welches dann z.B. durch eine Entzündung zum vorzeitigen Wachstums-Schluss geführt hat. Der betroffene Knochen ist also nicht weitergewachsen. Der Knochen daneben aber schon, weshalb er so stark krumm gezogen wurde.

Gegebenenfalls muss man - je nachdem, wie die Bänder und Sehnen in Mitleidenschaft gezogen wurden - an eine Einsteifung (Arthrodese) denken, da Judy sehr abgewinkelt im Karpalgelenk steht. Dies kann man jedoch erst während einer OP beurteilen, die eine präzise Sicht auf Bänder und Sehnen erlaubt. Dieser Eingriff kann mangels Fachärzten nicht auf Sardinien anberaumt werden. Wir suchen deshalb für unsere tapfere Judy dringend eine versierte Pflegestelle in Deutschland, die sie auf ihrem Genesungsweg aktiv begleiten wird und folgende Voraussetzungen mitbringt: Anbindung an einen guten Orthopäden und bitte kein verspielter, aktiver Ersthund.

Update 04.07.24

Unsere Judy wurde inzwischen von der Operateurin unseres Vertrauens operiert. Leider hat sich während der OP (zuvor auf dem Röntgenbild nicht sichtbar) gezeigt, dass der Unterarmknochen (Ulna) nicht nur durch den frühzeitigen Wachstumsfugenschluss und des weiterwachsenden Radius völlig krumm gezogen war, sondern auch noch in sich verdreht war. Das war also in doppelter Hinsicht eine Herausforderung, also schwierige und sehr umfangreiche OP. Die Achse der Pfote ist nun wieder richtig, den Radius konnte die Operateurin nicht so weit strecken wie erhofft, da alle Sehnen bereits massiv verkürzt waren.

25.07.24 – Neues von Judy

Unsere Judy geht weiter regelmäßig zum Verbandswechsel, wobei der operierte Bereich selbstverständlich jedes Mal begutachtet wird. Die implantierte Platte, die aus Stabilisierungsgründen erst etwa Ende August entfernt werden kann, bereitete den Tierärzten etwas Sorge, da ein Teil nur von dünner Haut überlagert ist. Zwecks vorsichtiger, erster Belastung ihres Beines wurde der Verband vor einer Woche so angelegt, dass die Pfote nicht mit eingepackt ist. Judy brauchte nicht lange und stand immer öfter auf ihrem Bein.

Das ging einige Tage sehr gut, jedoch belastete sie vorgestern ihr Bein plötzlich gar nicht mehr. Sie wurde sofort geröntgt, jedoch waren auf den Bildern keine Veränderungen zu sehen. Der darauffolgende Verbandswechsel zeigte das Problem: Die Haut über der Platte hatte sich aufgerieben und nachgegeben. Ein Teil der Platte schaut heraus und muss deshalb in den nächsten Tagen eingekürzt werden. Ein weiterer operativer Eingriff für die tapfere Judy! Diese Zwischenlösung ist zwingend erforderlich; sie bekommt selbstverständlich ein Antibiotikum. Die Platte kann, wie gesagt, erst in 3-4 Wochen komplett entfernt werden, da der Bruch jetzt noch zu instabil ist. Judy ist noch im Wachstum, deshalb wird bei dieser 2. OP gleichzeitig ein externer Fixateur eingesetzt. Die Ärzte wollen damit das Bein strecken, um die 4 cm, die an der Länge fehlen, so weit wie möglich auszugleichen. Judy ist ein junges Mädchen mit altersentsprechender Energie, die sie auf keinen Fall ausleben darf. Für sie ist das sehr hart, für ihre Betreuerinnen selbst eine wirklich große Herausforderung. Beide Frauen wechseln sich in ihrer Freizeit unaufhörlich ab, um den kleinen Irrwisch anderweitig müde zu bekommen, ihren Kopf auszulasten. Sie machen das großartig und lassen sich immer etwas Neues einfallen. Judy macht alles mit, hat vor nichts Angst und findet alles mega spannend. Mit anderen Hunden hat sie ebenfalls keinerlei Probleme.

Tausend Dank für diese unermüdliche und keinesfalls selbstverständliche aufopfernde Pflege von der jungen Patientin vor Ort. Alle Beteiligten bemühen sich außerordentlich und möchten das absolut Optimale für Judys Bein. Das ist gelebter Tierschutz.

25.08.24 Update

Judy, kleine Judy - wenn du nur wüsstest, dass wir dir alle nur das Beste wünschen und sicher sind, dass du die besten Operateure und Betreuer / Pfleger hast. Es ist noch ein weiter und sicher für alle ein sehr mühsamer Weg. Die Platte konnte dank Kallusbildung bereits gänzlich entfernt werden und musste nicht gekürzt werden. Die teilweise etwas entzündete Narbe ist dann nach Entfernung sehr gut und schnell abgeheilt. Nun kommt der nächste große Schritt: Der Fixateur. Das operierte Bein ist ca. 4 cm kürzer. Jetzt wird versucht, hier mittels Fixateur etwas an Länge zu gewinnen. Danke an Brigitte und Martina für die vollumfängliche und vor allem fachlich kompetente und liebevolle Betreuung und Pflege der jungen Patientin Judy.

Update 06.09.24

Am Fixateur muss nun täglich an verschiedenen Stellen etwas verstellt werden. (stellt Euch den Aufwand bitte vor!!) Bei diesem jungen Energiebündel sicher kein leichtes Unterfangen. Ziel ist, die 4 cm Längenunterschied nun noch auszugleichen. 4 cm sind wirklich enorm viel. Man muss sich jedoch vor Augen halten, was es bedeuten würde, wenn das junge Mädchen nur noch stark hinkend das Leben vor sich hätte. Unsere Dankbarkeit ist nicht in Worte zu fassen, was die fantastische Operateurin angeht (alle gefragten Ärzte auf Sardinien und in D wollten amputieren!) und ein riesengroßer Dank geht ebenfalls an die Betreuerinnen unserer Judy. Sie versuchen weiterhin alles, um diesem quicklebendigen Mädel die Langeweile zu nehmen und denken sich immer neue Möglichkeiten aus, um sie zu beschäftigen.

Judy, wenn du wüsstest, dass all dies nur ein Ziel verfolgt: Eine gute Option auf ein hoffentlich gutes, schmerzfreies Gangbild. Judy ist fröhlich und lustig wie eh und je. Sie ist nicht besonders beeindruckt von diesem nun sehr umfangreichen Bein und versucht, damit herumzuhüpfen.

Update 05.11.24

Danke, an alle Spender und vor allem Helfer: Judy hat es geschafft! Das Bein konnte mittels mehrerer Operationen sowie des Fixateurs nicht nur erhalten, sondern dank einer fantastischen Chirurgin unglaubliche 4 cm gestreckt werden. Unser Dank ist riesig und wir sind glücklich.

Update 05.01.25 – Juhu, unsere Judy ist startklar!

Ja, es gibt Grund zum Jubeln: Judy hat das Kapitel Genesung mit Bravour abgeschlossen. Ihr einst verkürzter Vorderlauf ist Geschichte; sie hat vom Tierarzt ganz offiziell die Lizenz zum Toben, Spielen und Rennen nach Herzenslust! Und was macht unsere zauberhafte junge Dame daraus? Dreimal dürfen Sie raten! Sie ist die pure Lebenslust und Freude, spielt unermüdlich und ausgelassen, denn sie hat wirklich viel nachzuholen: Seit ihrer Welpenzeit kannte sie nur Schmerz; nach der chirurgischen Versorgung ihres Beins musste sie sich monatelang schonen, damit genau diese uneingeschränkte Freiheit heute Realität ist. Judy ist eine kleine Heldin, die sehr viel Geduld aufbringen musste. Dass ihre Akkus randvoll mit der Energie sind, die man als junge Hündin eben hat, ist selbsterklärend und völlig normal.

Update 18.02.2025 - Weiblich, ledig, jung sucht...

Unsere zauberhafte Judy (*09/23) sucht eine Familie, in der es vor allem eines geben muss: Einen tollen Mann! Das wäre ihr ganzes Glück. Das klingt unglaublich, ist aber Tatsache. Wir suchen also für unsere einmalig tapfere, freundliche junge Dame ein Zuhause mit Traum Papa zum Verlieben.

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